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Kid Cudi - Man on the moon: The end of day

Kid Cudi- Man on the moon: The end of day

Universal
VÖ: 11.09.2009

Unsere Bewertung: 7/10

Eure Ø-Bewertung: 8/10

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Ja, ja, dieses runde, große, helle, herrliche Ding, das allnächtlich zur Erde glotzt, hat schon immer Leute dazu gebracht, von ihm zu phantasieren. Das reichte von schweren Vorwürfen bezüglich Anstiftung zum Selbstmord über ein legendäres Benjamin-Blümchen-Hörspiel (bei dem sich herausstellt, dass das Ding zum großen Teil aus Zuckerstückchen besteht) bis hin zur ewigen Frage, wer wann wo warum auf dem Mond herumflanierte. Abseits davon kam es natürlich auch zu mehr oder weniger inspirierten Auftritten des Erdsatelliten in der Popkultur. Sooft, wie er besungen wurde, war es eigentlich nur eine Frage der Zeit, bis sich jemand erdreisten und den Mond komplett in Beschlag nehmen würde.

So macht Kid Cudi kein Aufsehen darum, nimmt sich einfach die Herrschaft über Wüsten und Krater und streift einsam durch die Kulisse. Für Gepose ist hier sowieso kein Platz, hat der Mann auf dem Mond doch schon das größte BlingBling unterm Hintern. "Day n nite" groovt sich dann auch behäbig durch den Äther, nur getragen von der Stimme und den eingeworfenen Synthiespacetönen. Der Mond ist hier nicht aus Zuckerstückchen, sondern Rückzugsort in der Seele, an dem die Probleme dreimal so leicht wiegen, bevor sie sich astronautengleich langsam Richtung Sonne verabschieden. Mühelos verwertet "Make her say" dann mal so eben Lady Gagas "Pokerface", hat dazu noch Common und Kanye West als schlagende Argumente auf seiner Seite und wirkt ein bißchen zappelig. So klingt Künstlichkeit im besten Fall, bevor der Knoten aufgeknöpft wird und die Luft langsam entweicht. Seelische Schwere wird in musikalische Schwerelosigkeit verwandelt.

Es ist der lässigen Selbstverständlichkeit und der Produktion zu verdanken, dass an keiner Stelle von "Man on the moon: The end of day" der Eindruck entsteht, dass Innovation übers Knie gebrochen wird. Dabei wird auf Genregrenzen schon lange keine Rücksicht mehr genommen. Kometenhaft rauschen in den fünf Akten des inszenierten Weltraumtheaters Spacerock, Electropop und Indie an HipHop vorbei, ohne dabei zu kollidieren. Problemlos wird hin und her gehopst, bevor die Bodenhaftung endgültig verlorengeht und der Sog ins Dunkel des Weltraums zieht. "I'm on the pursuit of happiness / And I know / Everything that shines / Ain't always gonna be gold." Down sein mit Kid Cudi bedeutet: Kein einziger Stern zu sehen von hier oben.

(Björn Bischoff)

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Highlights

  • Day n nite
  • Enter galactic (Love connection part 1)
  • Make her say (feat. Kanye West and Common)
  • Pursuit of happiness (feat. MGMT & Ratatat)

Tracklist

  1. In my dreams (Cudder anthem)
  2. Soundtrack 2 my life
  3. Simple as...
  4. Solo Dolo
  5. Heart of a lion (Kid Cudi theme music)
  6. My world (feat. Billy Craven)
  7. Day n nite
  8. Sky might fall
  9. Enter galactic (Love connection part 1)
  10. Alive (feat. Ratatat)
  11. Cudi zone
  12. Make her say (feat. Kanye West and Common)
  13. Pursuit of happiness (feat. MGMT & Ratatat)
  14. Hyyera (feat. Chip The Ripper)
  15. Up up & away
  16. Day n nite (Crookers remix)

Gesamtspielzeit: 63:20 min.

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