Moneybrother - Real control

Moneybrother- Real control

Our Choice / Rough Trade
VÖ: 25.09.2009

Unsere Bewertung: 7/10

Eure Ø-Bewertung: 7/10

Was nützt die Liebe in Gedanken?

Frauen, Frauen, Frauen. Immer wieder waren und sind es die Frauen, die Anders Wendin, dem anscheinend einsamsten Menschen auf diesem Planeten, böse Streiche spielen. Dem großen Selbstzweifler Wendin, der sich immer und immer wieder in seinem Unglück suhlt und über die Frauen lamentiert, nur um am Ende der Tour durch die Bars wieder mit einer anderen im Bett zu landen. Das ist das traurige Schicksal des Moneybrothers: ständig auf der Suche nach der großen Liebe, aber am nächsten Morgen doch wieder allein. Eigentlich sollte man sich am Unglück anderer Menschen nicht laben. Doch wie viele schöne, traurige Songs hätte diese Welt weniger, wäre Wendin nicht der, der er ist? Oder der, den er als Moneybrother verkörpert?

Die vierte Stufe auf Wendins Suche nach Lebensglück ist nun, dass er proklamiert, endlich die Kontrolle über sein Leben zu haben, "Real control". Na huch! Leuchtet da etwa eine neue Facette des Moneybrothers auf? Mitnichten. Wendin ist einer dieser Menschen, die jedem erzählen, dass es ihnen nun endlich wieder gut geht nach der harten Zeit. Alleine weinen sie dann in ihre Bettdecke, weil alles eigentlich noch viel schlimmer ist. Genauso funktioniert "Real control". Jeder einzelne Song ist eine einzige Offenbarung, die dem Albumtitel und dem leuchtenden Diamanten auf dem Cover komplett entgegenläuft: "Born under a bad sign", "We die only once (And for such a long time)", "Just another part of me that breaks down" oder auch "Not that old" - nein, rein gar nichts hat sich geändert.

Auch musikalisch bleibt Wendin sich treu und ertränkt seinen Blues immer noch am liebsten in den traurigsten Bläserarrangements, die die Welt je gesehen. Oder wie im schmachtenden "6am" in den tiefsten Abgründen einer jaulenden Geige. Nicht nur die großen, mit Pathos beladenen Songs wie "Young faithful love", sondern jedes an der Oberfläche noch so joviale Stück wird am Ende wieder auf dieselbe Essenz zusammengeköchelt: Das Leben ist ein Schwein, also lasst uns das beste draus machen. Schenkt man "Real control" Glauben, dann wird es noch eine ganze Weile dauern, bis sich Wendin endlich mit Frau, Haus und Hund zur Ruhe setzen kann. Bestens, danke.

(Kai Wehmeier)

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Highlights

  • Born under a bad sign
  • Not that old
  • Showdown

Tracklist

  1. Born under a bad sign
  2. We die only once (And for such a long time)
  3. 6am
  4. (Never ever) I've been kissed
  5. Just another part of me that breaks down
  6. Young faithful love
  7. Not that old
  8. Here comes the vain again
  9. Feel like hurting somebody
  10. Showdown

Gesamtspielzeit: 35:16 min.

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