Soulsavers - Broken

Soulsavers- Broken

V2 / Cooperative / Universal
VÖ: 21.08.2009

Unsere Bewertung: 8/10

Eure Ø-Bewertung: 8/10

Die große Vereinigung

Wie soll man sich dafür bloß bedanken? Die Soulsavers schickten vor kurzem ein Lebenszeichen: "Sunrise", geschrieben von Mark Lanegan und gesungen von Will Oldham. Für den Moment des ersten Hörens war das so schön wie nichts anderes auf der Welt. Auf der B-Seite folgte der nächste Clou: "You will miss me when I burn", geschrieben von Oldham und gesungen von Lanegan. Also doch: "It's not how far you fall, it's the way you land" war der Wegbereiter, kein Zufallstreffer. Als sich bald darauf die Liste der Mitstreiter für "Broken" verdichtete, läuteten die Glocken: Vorfreude, dein Name lautet Soulsavers.

Lanegans wundersamer Bariton gibt auch auf diesem dritten Album den Ton an, zuweilen sogar im Duett mit Mike Patton. Jason Pierce von Spiritualized gibt sich genauso die Ehre wie die Butthole Surfers Richard Hawley und Gibby Haynes. So gestalten Rich Machin und Ian Glover mal wieder ein großes Zusammentreffen, die große erhoffte Sause. Dabei drückt "Broken" die Religiosität dezent in den Hintergrund. Es ist zwielichtiger als der Vorgänger, beinahe gespenstisch. Erst recht, wenn das grandiose "Some misunderstanding" aufersteht: Die himmlische Originalversion von Byrds-Veteran Gene Clark verblasst daneben. Und diese Tatsache ist nun wirklich unheimlich.

Bis diese Erkenntnis reift, ist der Körper schon längst ein zitterndes Wrack: Die fatale Krachorgie "Death bells" liegt gerade hinter einem, das angesprochene Trauma von "You will miss me when I burn" ist ausgebrochen und die Narben vom sengenden Patton-Lanegan-Duett "Unbalanced pieces" werden noch gezählt - da kommt "Some misunderstanding" mit seiner vordergründigen Leichtigkeit gerade recht. Doch was heißt das schon? Der Refrain brennt nieder, was zu blühen begann: Gospel? Southern Rock? Neil Young würde sich für so etwas in den Allerwertesten beißen.

So sehr verzaubert Mark Lanegan, dieser uneitle Kauz, mit seiner Stimme. Man erliegt diesem mächtigen Organ, das so viel Raum einnimmt, so hypnotisch ist. Der immer wieder heraufbeschworene, neurotische Gospel lässt die Stimmenvereinigung beinahe körperlos erscheinen, erst recht, wenn man dem Schwelgen von "Shadows fall" erliegt: Das ist so unwirklich, so zauberhaft. Längst ist man "Broken" verfallen. Wohin der Weg auch führen mag, man folgt willenlos. Auch der Auftritt der Australierin Red Ghost ändert nichts daran: So zärtlich krönt sie "Praying ground" mit ihrer Stimme, dass die Grenzen zwischen hell und dunkel, oben und unten verschwimmen.

"Broken" ist all das, was "It's not how far you fall, it's the way you land" auf den Weg brachte. Hier gibt es keine Überraschungen mehr, hier gibt es nur noch gewissenhafte, zeitlose, große Musik. Die Soulsavers kennen keine Begrenzung, die Stilmittel sind flexibel. Unvorstellbar, dass man sich dieser beschwörenden, gravitätischen Atmosphäre jemals widersetzen kann. Wenn die Zeichen auf Sturm stehen, ist hier ein Zufluchtsort, auf den man sich berufen darf. So klingt Größe.

(Christian Preußer)

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Highlights

  • You will miss me when I burn
  • Some misunderstanding
  • Shadows fall

Tracklist

  1. The seventh proof
  2. Death bells
  3. Unbalanced pieces
  4. You will miss me when I burn
  5. Some misunderstanding
  6. All the way down
  7. Shadows fall
  8. Can't catch the train
  9. Pharaohs chariot
  10. Praying ground
  11. Rolling sky
  12. Wise blood
  13. By my side

Gesamtspielzeit: 65:35 min.

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