Fight Like Apes - Fight Like Apes and the mystery of the golden medallion

Fight Like Apes- Fight Like Apes and the mystery of the golden medallion

Strange Ways / Indigo
VÖ: 04.09.2009

Unsere Bewertung: 6/10

Eure Ø-Bewertung: 6/10

Monkey Island VI

Die ganze Rasselbande schreit: "I have a pocket full of fists / You got a stupid face!" Und schon ist man mitten drin, im Abenteuer von "Fight Like Apes and the mystery of the golden medallion". Ein rasantes Drama, das einen kräftig durch die Luft wirbelt: Schrammelpop ohne geschrammelte Gitarren, mit großen Hooklines und vielen Hits. Das Dubliner Quartett setzt auf den Guybrush-Threepwood-Effekt: mit Witz und Charisma gegen den Rest der Welt. Nehme Melodie, benutze Melodie. Das funktioniert, solange man bereit ist, sich mit wirren Begebenheiten zu beschäftigen, die erst bei intensiven Überlegungen ihren Sinn preisgeben.

Spätestens nach dem Erlebnis von "Jake Summers", der ersten Single, weiß man: Die sind zu allem fähig. Kaum hat sich die Band für den Refrain gewissenhaft bei den Stars bedient, stolpert sie in eine wilde Strophen-Rauferei, von welcher sie mit einem blauen Auge davon kommt. Die Auflösung gibt's übrigens im aufreibenden Video zum Song. "Jake Summers" ist das Paradebeispiel des Sounds von Fight Like Apes: Unvorhersehbar, zwingend, wild und ungemein charmant. Die EP "How am I supposed to kill you if you have all the guns" war da vergleichsweise zahm.

Heute kann auch mal ein Walzer zum fiesen Faustschlag ausarten, wie es "I'm beginning to think you prefer Beverly Hills 90210 to me" vormacht. Keyboards, am Rande des Reizdarm-Syndroms und ein gewaltiger Männerchor explodieren im großen Finale, das sich als gewaltigster Moment dieser Platte ausmachen lässt. Sängerin MayKay gibt ihrer Stimme die Sporen, pendelt im ruppigen "Recyclable ass" schonmal zwischen butterweichem Gesang und kräftezehrendem Geschrei, bis die Lunge explodiert. Diese Platte macht Spaß, hält man die Nerven beisammen und überspringt die durchschnittlichen Songs.

Das Tempo bleibt stabil, die Stimmung gut. Dass hierzulande noch die Coverversion von McLusky's "Lightsabre cocksucking blues" auf die Platte gepackt wurde, ist eine große Geste: Die Band weiß, was sie kann und wie sie die geneigten Hörer um den Finger wickeln muss. Ganz zu schweigen von der Energie, die das Quartett innerhalb dieser zwei Minuten freisetzt. Das ist so ansteckend, dass man sich mit MayKay die Eingeweide herausschreit. Nein, mit Fight Like Apes sollte man sich nicht anlegen. Das kann ins Auge gehen.

(Christian Preußer)

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Highlights

  • Jake Summers
  • Tie me up with jackets
  • I'm beginning to think you prefer Beverly Hills 90210 to me

Tracklist

  1. Something global
  2. Jake Summers
  3. Tie me up with jackets
  4. Digifucker
  5. Lend me your face
  6. Battlestations
  7. Do you karate?
  8. Megameanie
  9. I'm begging to think you prefer Beverly Hills 90210 to me
  10. Lumpy dough
  11. Recyclable ass
  12. Snore bore whore
  13. Lightsabre cocksucking blues
  14. Can head

Gesamtspielzeit: 40:32 min.