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Aereogramme - A story in white

Aereogramme- A story in white

Chemikal Underground /
VÖ: 01.10.2001

Unsere Bewertung: 8/10

Eure Ø-Bewertung: 8/10

Return to innocence

Rot. Gelb. Blau. Drei Farben, die die Welt bedeuten. Die man beliebig mischen kann, um mit ihren zahllosen Varianten alle Existenz dieses Universums nachzuzeichnen. Könnte man zumindest meinen. Und doch würde keine einzige davon überhaupt zur Geltung kommen, ohne die Leinwand, auf die sie aufgetragen wurde. Kein strahlendes Grün, kein flammendes Orange, kein schillerndes Violett könnte ohne das Weiß, das ihm Platz gemacht hat, überhaupt bestehen. Unter der Fassade lauern die interessantesten und vor allem unverfälschtesten Geheimnisse: "A story in white" - die Geschichte der Unschuld.

Aereogramme sehen die Welt mit ihren ganz eigenen Augen. Mit Augen, die bis an die Ursprünge zurückzublicken scheinen und die alles, was im Verlauf der menschlichen Existenz über Jahrtausende hinweg verwässert ist in ihre Bestandteile zerlegt. Sie singen von "Hatred", von der bedrückenden Stille, wenn die Uhr "Sunday 3:52" zeigt und werden sich nicht nur in "A meaningful existence" der Bedeutsamkeit des Daseins bewußt.

Auch die Instrumente koexistieren bei Aereogramme, anstatt sich zu einem trüben Soundbrei zu vermischen, und entfachen auf diese Weise eine Kraft, die der der Elemente gleichkommt. Lodernde Keyboards umzüngeln sanft wehende Akustikgitarren, peitschende Metal-Riffs branden auf, während zarte Paukenschläge sich bemühen, den Kontakt zur Erde nicht zu verlieren. Und inmitten bleibt Craig B mit seiner allgegenwärtigen Stimme Herr der Naturgewalten, schraubt sich in schwindelerregende gesangliche Höhen vor, um schließlich mit einer schreienden Eruption doch wieder alles dem Erdboden gleichzumachen.

So versinken auch die drei Glasgower Sonderlinge, die auf dem angesagten Chemikal Underground-Label untergekommen sind und sich statt in Schottenröcke lieber mit Vollbärten kleiden, gänzlich in ihrer Schöpfung. Wenn sie ihre Klänge mangels einer besseren Bezeichnung liebevoll als "Stink-Core" titulieren, könnte man gar meinen, daß es selbst den Urhebern schwer fällt, ihre eigene Musik vollkommen zu erfassen. Tatsächlich scheinen sie ihr nicht selten mit Haut und Haaren ausgeliefert und können gar nicht anders, als ihren ungeschönten Emotionen freien Lauf zu lassen.

"Fuck the devil / Fuck myself" flüstert Craig B im zerfahrenen "Post-tour, pre-judgement", nur um wenig später in wildes Gebrüll auszubrechen. Als wäre der Leibhaftige selbst über ihn gekommen. Im zauberhaften "A meaningful existence" schließlich wird auf das meist allgegenwärtige Laut-Leise-Schema verzichtet, bis sich Craig endgültig seiner eigenen Ohnmacht bewußt wird: "Hey", raunt er nach der Hälfte des Stücks, hält einen Moment lang inne und stellt dann fest: "I didn't write the rest of this song / What can I do? / What can I say?" Manchmal sagt eine Frage mehr als tausend Worte.

(Armin Linder)

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Highlights

  • Post-tour, pre-judgement
  • Sunday 3:52
  • A meaningful existence

Tracklist

  1. The question is complete
  2. Post-tour, pre-judgement
  3. Egypt
  4. Hatred
  5. Zionist timing
  6. Sunday 3:52
  7. Shouting for Joey
  8. A meaningful existence
  9. Descending
  10. Will you still find me?

Gesamtspielzeit: 45:28 min.

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User Beitrag

The MACHINA of God

User und Moderator

Postings: 26424

Registriert seit 07.06.2013

2021-03-16 13:03:45 Uhr
Da muss ich doch glatt an das Konzert mit Aereogramme und Oceansize als Vorband denken.

Oh, da wäre ich gern dabei gewesen.

@keenan: Also 05 und 08 waren Oceansize gigantisch, wenn ich sie gesehen hab.

keenan

Postings: 3868

Registriert seit 14.06.2013

2021-03-16 12:57:57 Uhr
bei dredg ist für mich einfach alles perfekt. die einzigartige gänsehautstimme von gavin. wer die mal live gehört hat, weiß was ich meine. das trifft herz und seele gemeinsam :-).
hab die band so häufig wie keine andee gesehen, 6x mittlerweile.
dazu die traumhaft schönen melodien, welche engles mit der gitarre, gavin mit der slide gitarre und dino mit den keyboards zaubern.

und live sind dredg um einige klassen besser als oceansize gewesen. während dredg ihre sowieso schon top alben noch bereichert und verbessert haben, waren die auftritte von size eher nur ok.

Mr Oh so

Postings: 1859

Registriert seit 13.06.2013

2021-03-16 12:34:50 Uhr
Oceantoolhead

Dredg, Oceansize , Aereogramme. Oh man was für Verluste die Musikwelt da hinnehmen musste..



Da muss ich doch glatt an das Konzert mit Aereogramme und Oceansize als Vorband denken.

Gomes21

Postings: 3641

Registriert seit 20.06.2013

2021-03-16 12:32:50 Uhr
Ja so kann das manchmal sein. während Oceansize mich bis heute trotz zahlreicher Versuche überhaupt nicht berührt haben.

Aber es ist einfach keine Band so wie Aereogramme.

The MACHINA of God

User und Moderator

Postings: 26424

Registriert seit 07.06.2013

2021-03-16 12:07:21 Uhr
Alles was Leech sagt.
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