Street Sweeper Social Club - Street Sweeper Social Club

Street Sweeper Social Club- Street Sweeper Social Club

Cooking Vinyl / Indigo
VÖ: 07.08.2009

Unsere Bewertung: 5/10

Eure Ø-Bewertung: 5/10

Rage Against The Routine

Raprock. Heißer Scheiß sieht im Sommer 2009 eher anders aus. Dennoch ist es eine kleines Sensatiönchen, dass der Street Sweeper Social Club nach vier Jahren tatsächlich ein Album draußen hat. Tom Morello hatte sich seit 2005 sporadisch immer mal wieder mit Raymond "Boots" Riley von The Coup getroffen und an Songs gebastelt. Und weil er mit der Rage-Against-The-Machine-Reunion und seinem Nightwatchman-Lagerfeuer wohl nicht nicht ganz ausgelastet war, ragen jetzt dicke Knarren aus dem Ghettoblaster. Auf dem Debüt von Street Sweeper Social Club erklängen "revolutionäre Party-Jams", sagt der Saitenkratzer, und Kompagnon Riley sieht die Musik gar als iPod-Soundtrack für den bevorstehenden Sturm auf die Wall Street an. Wort.

Endlich setzt es wieder beides: Morellos schwirrende Gitarrenarbeit und Textpolitik mit gereckter Faust. So richtig schwört "Street Sweeper Social Club" seine Hörer aber dann doch nicht auf den gewünschten Umsturz ein. Das mag am Vortrag liegen: Statt Zorn und Angefressenheit steckt reichlich Sarkasmus in Rileys Zeilen: "May your wife's worried face show her horrific expression / May you realize she's not worried, that's just Botox injections", lästert er in der Single "100 little curses". Das Selbstbewusstsein des eröffnenden Knallers "Fight! Smash! Win!" hat den Obama-Bonus: "Your honor may it please the court / Swear me in on a book full of Tupac quotes / After what I say you might noose my throat / Reporters please scribble down a few hot notes." In "Megablast" ruft er nach einem Diss der im Diskurs feststeckenden Theoreriker sogar zu den Waffen: "Some just mentally masturbate / Won't graduate from class debate / Point forty-four is the calibrate." Ansteckend sind diese Rhymes aber zu selten.

Was auch daran liegt, dass Morello sich mit gehirnschreddernden Dissonanzen zurückhält und eher auf die fetten Grooves setzt. Das fließt, das entspannt, das gefällt. Aber es lässt keine Revolution gären, weil Morello sich nicht parallel auch auf neues Gebiet wagt. Schon zu Audioslave-Zeiten traute er sich nicht mehr, den Classic Rock nur Fußnote sein zu lassen, sondern übernahm die Posen und Klischees. Und so hat "Street Sweeper Social Club" sein Feuer nach den ersten vier Tracks schon weitgehend abgebrannt. Wenigstens passen Morellos Gitarrenbreitseiten zu Rileys relaxtem Flow deutlich besser als zu Chris Cornells pathosschwangerem Röhren. Weil aber eigentlich vor allem Zach De La Rochas Hyperventilation auf dicken Riffs und fiesen Frickeleien reiten sollte und jener derzeit mit One Day As A Lion die Sache deutlich knackiger nach vorne bringt, bleibt auch nach "Street Sweeper Social Club" eine entscheidende Frage unbeantwortet: Wann gibt es endlich neue Songs von Rage Against The Machine zu hören?

(Oliver Ding)

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Highlights

  • Fight! Smash! Win
  • 100 little curses
  • The squeeze

Tracklist

  1. Fight! Smash! Win
  2. 100 little curses
  3. The oath
  4. The squeeze
  5. Clap for the killers
  6. Somewhere in the world it's midnight
  7. Shock you again
  8. Good morning Mrs. Smith
  9. Megablast
  10. Promenade
  11. Nobody moves ('til we say go)

Gesamtspielzeit: 39:03 min.

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