Röyksopp - Melody A.M.

Röyksopp- Melody A.M.

Wall of Sound / Labels / Virgin / EMI
VÖ: 17.09.2001

Unsere Bewertung: 7/10

Eure Ø-Bewertung: 7/10

Smörebeat

Elche, Wollpullover, Blockhäuser - Zumindest laut Völkerkundler Hape Kerkeling findet man in Norwegen kaum etwas anderes. Der aufmerksame Hörer wird dennoch festgestellt haben, daß so mancher Laut den Weg aus dem Land der Fjorde hinaus gefunden hat. Röyksopp, deren Namen man mit etwas Übung tatsächlich sabberfrei aussprechen kann, kommen aus - Achtung! Zunge festhalten! - Tromsö, der nördlichsten Stadt unseres Kontinents. Mit ihrem Debüt "Melody A.M." tritt neben zartschmelzendem Pop (A-Ha), derbem Schweinerock (Gluecifer), retrolastiger Psychedelia (Motorpsycho) und harmoniesüchtigem Folk (Kings Of Convenience) eine weitere Schattierung norwegischen Musikschaffens heraus dem Polar- und hinein ins Rampenlicht.

Röyksopp füllen sacht perlende Beats in die bereitgestellten Cocktailgläser. Die zurückgelehnten Rhythmen erinnern sich auf natürliche Weise an warmen Jazz, feurige Latino-Rhythmen, wabernde Elektronik und kühlgestellten Pop. Torbjorn Brundtland und Svein Berge vermengen solche Einflüsse aber stets mit weicher Hand und vor allem viel Gefühl für Stimmungen. Ihre entspannten Tracks sind dabei genauso wärmend wie die bereits erwähnten Wollpullover, kratzen aber niemals. Viel zu sanft zu den Ohren ist ihr im Kleinen verspielter und doch so reduziert klingender Sound. Kein überschüssiges Gramm Fett belastet die Tracks.

Vollkommen altmodisch und dennoch stets auf der Höhe der Zeit gönnen die beiden Norweger den Lautsprecherboxen dabei die verdiente Verschnaufpause. Man kuschelt lieber mit den Beats, anstatt sie durch die Gegend wummern zu lassen. Neben betörenden Hooklines wie bei "Remind me" lauert das kristalline Geplucker der Single "Eple" oder das weiche Knistern des famosen Openers "So easy". Bei Songs wie "Poor Leno" oder "Röyksopp's night out" wippen schließlich sogar die Eisbären und Elche einträchtig im Takt. Und das Flackern der Polarlichter ersetzt das Stroboskop.

(Oliver Ding)

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Highlights

  • So easy
  • Eple
  • Poor Leno
  • Röyksopp's night out

Tracklist

  1. So easy
  2. Eple
  3. Sparks
  4. Weightless
  5. Poor Leno
  6. A higher place
  7. Röyksopp's night out
  8. Remind me
  9. She's so
  10. 40 years back / Come

Gesamtspielzeit: 46:29 min.

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