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Little Boots - Hands

Little Boots- Hands

Warner
VÖ: 26.06.2009

Unsere Bewertung: 4/10

Eure Ø-Bewertung: 7/10

Pumps ohne Pomp

Heiß erwartet hatte der Rezensent das Album "Hands". Seit Wochen freute er sich darauf, hat dem Chef den Namen der Künstlerin unter die Nase gerieben. Nun versucht er den Mailserver so zu manipulieren, als habe es diesen elektronischen Briefverkehr nie gegeben. Geblendet war man vielleicht ob der leicht gelockten Mähne von Viktoria Hesketh aka Little Boots, ob der ultimativen Lobhudelei als Zukunft des Pop oder ob der hypnotisierenden, synthieflächengetränkten Single "New in town". Nun ist "Hands" da und damit auch die Gewissheit, die besten Songs bereits im Vorfeld gekannt zu haben und die Füllsel der Platte getrost mit der Spitze der kleinsten Boots meilenstiefelweit wegkicken zu können.

Hesketh war in frühen Jahren Teil einer Girl-Group, deren Namen man getrost vergessen kann, kapselte sich ab und bastelt seither an ihrer Solokarriere. Der Weg bis zum ersten Album führte über YouTube hin zu "Stuck on repeat", einer kleinen verspielten Nummer, die es ohne Giorgio Moroder wohl nie gegeben hätte. Anfangs hatte man in Hesketh eine Dame gesehen, die Electro- und Synthpop zusammenführt und den 80ern einen Minzdrop auf die leicht modrige Zunge legt. So wie "Mathematics" mit der jugendlichen Tagebuchlyrik: "So will you take just a little of my mind and subtract it from my soul / Add a fraction of your half and you'll see it makes me whole." Noch besserer Beleg für die Retro-Remineszenz schien das Duett mit Philip Oakey von The Human League in "Symmetry", welches allerdings auf dem Papier deutlich mehr Spritzigkeit versprüht, als der Song selbst. Abzüglich der Bemühungen und gelungenen Ausrutscher bleibt Plastikpop des mittleren Preissegments.

"Meddle" etwa versucht sich R'n'B auf die Fahnen zu schreiben, gerät allerdings zu einem Timbaland-Remix von Lou Begas "Mambo No.5", und "Remedy" mag zwar eingängig sein, darf sich über die Referenzen Kate Ryan, Lady GaGa oder auch September und ATC nicht beschweren. Da sollte Hesketh lieber die Erinnerung an Kylie Minogue aufrechterhalten, wie in "Click", das Minogues "Body language"- und "X"-Zeiten kombiniert. "Tune into my heart" stößt ins gleiche Kylie-Horn, sucht aber an Langeweile und Anti-Präsenz seinesgleichen. Das banale Zeilenpuzzle aus "Ghost" ist da noch nicht einmal erwähnt. "Look into the mirror you see nothing but yourself / ... / It's true I see right through you / It's true you walk right through me." Da kann der Schuster noch so sehr am gläsernen Prinzessinnenschuh schleifen, im Moment reichen für Little Boots in dieser Form auch die Hauspantoffeln.

(Stephan Müller)

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Highlights

  • New in town
  • Stuck on repeat
  • Mathematics

Tracklist

  1. New in town
  2. Earthquake
  3. Stuck on repeat
  4. Click
  5. Remedy
  6. Meddle
  7. Ghost
  8. Mathematics (feat. Philip Oakey)
  9. Symmetry
  10. Tune into my heart
  11. Hearts collide
  12. No brakes

Gesamtspielzeit: 48:33 min.

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