Grade - Headfirst straight to hell

Grade- Headfirst straight to hell

Victory / Connected
VÖ: 24.09.2001

Unsere Bewertung: 7/10

Eure Ø-Bewertung: 7/10

The number of the beast

Mit musikalischem Mischmasch ist das immer so eine Sache. Vor Jahren, als der Metal im kreativen Nirgendwo feststeckte, wurden Kapellen wie Korn oder auch die Deftones als die einzig wahre Zukunft der Mattenschüttler-Gemeinde erachtet. Jene verquirlten fette Gitarren, heiße Rhythmen und deftige Härte zu etwas damals völlig Neuem: New Metal was born. Die Kids stimmten freudetrunken auf die Lobeshymnen ein, doch der wahre Metal-Fan mit Kutte und zünftigen Mantaletten wand sich mit Grausen ab. Heute wissen wir, daß es gerade Horden von Nachahmern genannter Bands nicht gelang, der scheinbar überwundenen Sackgasse zu entkommen.

Daß es dennoch durchaus gelingen kann, die verschiedenartigsten Stile zu vermischen, beweisen nun die Kanadier von Grade. Die Vollbedienung mitten auf die Zwölf gibt sich äußerst vielseitig: Newschool-Hardcore trifft sich mit Emo, Indie und Punk, und gemeinsam besuchen sie auf dem Highway to hell die Gitarrenriffs von Iron Maiden. Canada's finest sind wieder da und entfachen die Hölle auf Erden.

Grade schließen mit "Headfirst straight to hell" nahtlos an ihr vielgelobtes Album "Under the radar" an und veröffentlichen eines der intensivsten Emocore-Alben der letzten Vollmonde. Denn nicht nur das technische Level liegt weit über dem Blaue-Augen-Durchschnitt aller Fressen-Hauer. Grade verfügen darüber hinaus über die seltene Gabe, das Tempo zu drosseln, sobald die Hektik-Nadel in den roten Bereich zu geraten droht. Erst so bekommen Songs wie "Termites hollow" oder "Becoming not being" den Druck, der es unmöglich macht, sich dem Härtewahn der feinsten Sorte zu entziehen. Über all dem thront das gewöhnungsbedürftige und doch unglaublich intensive Organ von Kyle Bishop, der sich als Vokal-Derwisch erster Klasse zeigt. Schizophren wie eh und je schlüpft Bishop mal ins Kostüm des schreienden Monstrums aus der Erdmitte, mal in die Haut des sanftmütigen, säuselnden Fabelwesens. Damit deckt der tollwütige Kanadier die gesamte Bandbreite dessen ab, was mit den menschlichen Stimmbändern anatomisch überhaupt möglich ist.

Vom ganzkörpertätowierten HC-Zögling über den aufgeschlossenen Durchschnitts-Rocker bis zum motorradpolierenden Metal-Fan mit Dauerwelle bekommt ein jeder Freund harter Klänge durch "Headfirst straight to hell" die Volldröhnung, die er verdient und die zumindest in dieser Form absolut außergewöhnlich ist. Grade ziehen ihr absolut eigenes Ding durch, das nicht nur äußerst interessant, mitreißend und explosiv zugleich ist, sondern in seiner Einzigartigkeit kaum Nebenbuhler fürchten muß. The shape of hardcore to come?

(Sven Cadario)

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Highlights

  • Teremites hollow
  • Becoming not being
  • Little satisfactions
  • In ashes we lie

Tracklist

  1. Termites hollow
  2. Becoming not being
  3. In the wake of Poseidon
  4. Bleedings warm&newly dead
  5. Overthrowing creation itself
  6. Little satisfactions
  7. Vertical transmission
  8. Will bending
  9. In ashes we lie
  10. The sixth chamber
  11. The empress
  12. Twenty moons
  13. The glorious dead

Gesamtspielzeit: 51:59 min.

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