The Dead Weather - Horehound

The Dead Weather- Horehound

Columbia / Sony BMG
VÖ: 10.07.2009

Unsere Bewertung: 7/10

Eure Ø-Bewertung: 8/10

Die Zuchtmeister

Jack White kommt wie immer zu spät. Ganz egal, ob er im Wurzelgrund des Blues wühlt, den Folk zerpflückt, oder den R'n'B vertikutiert: Die größten Songs wurden schon längst gespielt. Logisch: White weiß Bescheid und der Erfolg gibt ihm ja sowieso recht. Nun zieht er sich in Nashville eine "Supergroup" hoch. Die letzte ernstzunehmende gab's 1966 und hieß Cream. Wen sollte es wundern, dass The Dead Weather diese genialische Zusammenkunft von einst als Steilvorlage nutzen: Schwerer Electric-City-Blues trifft auf psychedelischen Heavy-Rock. Man müsste fragen, was Baker, Bruce und Clapton davon halten.

Trotz der Offensichtlichkeiten ist es ziemlich erstaunlich, was Kills-Sängerin Alison Mosshart, Gitarrist Dead Fertita (Queens Of The Stone Age) und Bassist Jack Lawrence (The Greenhornes) gemeinsam mit White am Schlagzeug auf die Beine stellen: Ein höllisches Groove-Monster jagt da das nächste, schwere Riffs treffen auf bittersüßen Gesang und drängen damit das Kräftemessen der Musiker in den Hintergrund. Die große Überraschung röhrt aus Mossharts sonst so kratzbürstigen Kehlchen. Ihre Stimme vibriert leidenschaftlich, sie hat einen eigentümlichen Soul und kommt problemfrei gegen die versammelte Manneskraft an.

Die polternde Single "Hang you from the heavens" ist das Paradebeispiel dieses Sounds: Triefende Fuzz-Gitarren kämpfen gegen das brutale Schlagzeug ums nackte Überleben, während Mosshart verführerisch mit ihrer giftigen Melodie spielt. "So far from your weapon", heiß wie im Dschungel, dunkel wie in einer Höhle, ist der große Trumpf dieser Platte. Stockfinsterer Soul. Besser wird's nicht mehr. Das Dylan-Cover "New poney" lässt immerhin auch gänzlich entstellt seinen Wahnsinn erkennen und hört sich im Sound von Dead Weather wie eine geschmackvolle Jefferson-Airplane-Addapotion an.

Mit "I cut like a buffalo" und "3 birds" operiert die Band mit gespenstischen und psychedelischen Soundmalerein. Das funktioniert. Und groovt wie die Hölle, aus der es gewabert gekommen zu sein scheint. Das ist selten fassbar, erst recht, wenn White in "No hassel night" durch den Nebel tritt und mit seiner androgynen Stimme die Schwaden durchtrennt. Es ist die große Spezialität von "Horehound", mit Atmosphäre zu spielen, sie zu züchten und zu züchtigen. The Dead Weather haben ihre Berechtigung. Und auch große Musik im Gepäck. So kann das weitergehen.

(Christian Preußer)

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Highlights

  • So far from your weapon
  • New poney
  • 3 birds

Tracklist

  1. 60 feet tall
  2. Hang you from the heavens
  3. I cut like a buffalo
  4. So far from your weapon
  5. Treat me like your mother
  6. Rocking horse
  7. New poney
  8. Bone house
  9. 3 birds
  10. No hassel night
  11. Will there be enough water

Gesamtspielzeit: 45:13 min.

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(Neueste fünf Beiträge)
User Beitrag
toolshed
2010-07-25 05:30:41 Uhr
Sehr gutes Album!
Feuerspucker
2009-10-01 17:23:46 Uhr
Wer es noch nicht gesehen hat, hier das Video des Jahres:
http://www.youtube.com/watch?v=M7QSkI6My1g&fmt=35
Robi-Wan
2009-10-01 09:42:38 Uhr
Live in Deutschland!

1. November im Kölner E-Werk *jubel*
H,dd,sMii (Abk.)
2009-09-17 21:09:12 Uhr
"Treat Me Like Your Mother" ist ja vielleicht ein Wahnsinnssong... lange nichts mehr gehört, was einem dermaßen erbarmungslos in die Fresse haut!

M-A-N-I-P-U-LATE!
Robi-Wan
2009-08-08 14:56:14 Uhr
Album des Jahres bisher. Cooler kann Musik gar nicht sein.
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