Apostle Of Hustle - Eats darkness

Apostle Of Hustle- Eats darkness

Arts & Crafts / Al!ve
VÖ: 19.06.2009

Unsere Bewertung: 5/10

Eure Ø-Bewertung: 6/10

Zum Frühstück

Wertvolles Allgemeinwissen mit Apostle Of Hustle, Folge 1: "A critical fact about snakes is that they got both boy and girl reproductive parts. That's why [if] a person can't be trusted you say they're a snake. Who could trust a bitch that could literally go fuck herself?" Ja, wer würde das schon können? Nicht Andrew Whiteman natürlich. Der hochrangigste Apostle Of Hustle holt sich lieber Leute dazu, bei denen er weiß, wie sie zu nehmen sind. Sein drittes Solo- ist deshalb eigentlich sein erstes Bandalbum abseits von Broken Social Scene, das jedoch wiederum klingt wie sein erstes richtiges Soloalbum, weil die Verschleierungstaktiken des Mutterschiffs auf "Eats darkness" nur noch eine kleine Rolle spielen. Ganz davon abgesehen zeigt die Platte auf, was passiert, wenn es bei Apostle Of Hustle keine Clowns mehr zum Frühstück gibt - nach all den versponnenen, verworrenen, ausufernden Alben der Arts-&-Crafts-Familie ist "Eats darkness" ihr erstes Album, das man wütend nennen möchte.

Whiteman macht den Einstieg mit "Eazy speaks", lässt sich von nervös zuckelnden Gitarren, wuchtigem Tribalbeat und dunklen Mächten beraten, und sieht schließlich, wie ihm die schlechte Laune zum Mund rauskommt: "Keep your friends close, enemy closer / Kiss on the cheek from a punk-ass poser." Das derangierte Blechbläser-Tröten, mit dem "Soul unwind" anschließend seinen Drumcomputer und stoischen Dreiton-Bass auskontert, hat auch kein Interesse daran, die Anspannung aufzulösen, und spätestens nach der Found-Sound-Ausstellung von "Sign" ist der Euphorieüberschuss verprasst, den sich Apostle Of Hustle mit dem berauschenden Bacardi-Breezer-Rock von "National anthem of nowhere" erspielt hatten. Menschen kreischen, MGs ballern, Uhren ticken, und dann kommt der Arzt.

"Eats darkness" wird dabei selbst zu seinem größten Feind. Die Platte zahlt hohe Preise für ihre ureigene Soundidentität, steht sich mitunter selbst im Weg und bremst sich in ihrer Collagenhaftigkeit auch immer wieder selbst aus. Nur "Blackberry" bewegt sich mit seinen Gitarren-Jingles so schwerelos vorwärts, dass man lange das Loch übersieht, in das eigentlich ein Refrain gehören müsste - und letztlich legt sich auch dieser Song übers eigene Knie, um als Dream-Pop-Totgeburt ein zweites Mal zur Welt zu kommen. Gute Idee aber, dass in "Xerses" der Bass die Melodie ausschwitzen darf, während sich ein paar Quadratmeter Keyboardfläche selbstlos zum Spielplatz für eine dazwischenquengelnde E-Gitarre erklären. "No friends, no cash, no gain" singt Whiteman und winkt ab. Ausgerechnet auf dem Album, das er "Eats darkness" genannt hat, lässt er einen erstmals über seine Beweggründe im Dunkeln tappen.

(Daniel Gerhardt)

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Highlights

  • Eazy speaks
  • Soul unwind
  • Xerses

Tracklist

  1. Snakes
  2. Eazy speaks
  3. Soul unwind
  4. Sign
  5. Perfect fit
  6. Xerses
  7. What are you talking about?
  8. Whistle in the fog
  9. Eats darkness
  10. Return to sender
  11. Ho to deafeat a more powerful enemy
  12. Nobody bought it
  13. Blackberry

Gesamtspielzeit: 35:44 min.

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User Beitrag
nohli
2009-08-02 11:18:00 Uhr
total geile pladde! völlig unterbewertet hier. wohl nicht richtig angehört, wa?
Spice
2009-08-01 20:25:08 Uhr
Xerses ist super!
sagehorn
2009-07-11 15:15:45 Uhr
so habs mir mal durchgehört... also nach meinem g'schmack sind's schon zwei punkte zu wenig ^^
sagehorn
2009-07-07 22:02:11 Uhr
sowohl Folkloric Feel als auch National Anthem of Nowhere sind mir sehr ans Herz gewachsen. Allem voran natürlich der gleichnamige Übersong Folkloric Feel... trau mich von daher noch nicht an die neue ;)
utz
2009-07-07 21:10:43 Uhr
sehr geiler bandname
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