Zeke - Death alley

Zeke- Death alley

Aces & Eights / Cargo
VÖ: 17.09.2001

Unsere Bewertung: 8/10

Eure Ø-Bewertung: 7/10

Das Ganze in schnell

Von einer Plattenkritik möchte ein Leser möglichst erfahren, ob die besprochene Platte ihrem oder seinem Geschmack möglicherweise entsprechen könnte. Bei den Lesern beliebt - und von Rezensenten wegen Fettnapfgefahr gerne umgangen - sind möglichst konkrete Vergleiche mit anderen Bands, die im Idealfall einem breiten Publikum einigermaßen bekannt sind. Im Falle von Zekes Punk'n'Roll muß aber in jedem Fall ein "...in schnell" angefügt werden. Das gilt ausdrücklich auch für die keinesfalls abwegigen Referenzen an Bands wie Nashville Pussy oder Motörhead.

Der gemeinsame Nenner heißt Rock'n'Roll. Das Tempo, in dem Zeke ihre kleinen Perlen herausrotzen, ist dabei schlicht atemberaubend. Keine halbe Stunde brauchen die vier "Nordwest mad men", um 16 Songs herunterzuprügeln. Entgegen den Erwartungen, die das Backcoverfoto mit Äxten und Kettensägen weckt, geschieht das nicht in Form eines sinnentleerten Gemetzels, vielmehr sind die Songs erstaunlich vielschichtig. Vorausgesetzt man hört schnell genug mit. Ein kleines Swamp-Rock-Stückchen hier, eine Prise Judas Priest da, Motörhead allüberall. Verzeihung: Motörhead in schnell.

Auch die Dynamik auf "Death alley" stimmt. Geschwindigkeit wird hier nicht um ihrer selbst Willen zelebriert. Ab und zu tut es dem ein oder anderen Song gut, wenn das Gaspedal nicht voll durchgetreten ist. Midtempo ist trotzdem definitiv der falsche Begriff für diese Kraftpassagen. Geschwindigkeit ist relativ, und Tempo 100 ist für eine Dampfwalze eben schon verdammt schnell. Der mächtig drückende Stonerrock-Part am Ende von "The river" vermittelt dem Hörer, wie solch ein Gefährt klingen könnte, wenn man ihm einen Turbo verpaßte.

Dabei kommt das Album keineswegs grobschlächtig und ungelenk, sondern fein ausbalanciert daher. Natürlich ähneln sich die Hochgeschwindigkeitsriffs alle ein bißchen. Aber immer kurz bevor die "Uh, das nervt"-Sensoren Alarm schlagen wollen, gibt es einen hübschen Break, den John Cleese wohl mit den Worten "...and now for somthing completely different" ansagen würde. Genau diese Blicke über den Tellerrand heben Zekes "Death alley" aus der 1-2-3-4-Go-Suppe heraus. Frisches, leckeres, bißfestes - äh, shit, Gemüse paßt nicht, na egal - und noch leicht blutiges Fleisch wird hier serviert. In Anbetracht der Albumlänge geht das wohl als Minutensteak durch.

(Rüdiger Hofmann)

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Highlights

  • Live wire
  • Arkansas man
  • The river
  • Animal

Tracklist

  1. Crossroads
  2. Live wire
  3. Jack Torrance
  4. Evil dead
  5. Arkansas man
  6. Shockwaves
  7. Mountain man
  8. Evil woman
  9. The river
  10. Night rider
  11. Into the night
  12. On the run
  13. Animal
  14. Road ahead
  15. Eyes of Satan
  16. Death alley

Gesamtspielzeit: 28:40 min.

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  • Zeke (14 Beiträge / Letzter am 09.04.2009 - 20:38 Uhr)