Daniel Merriweather - Love & war

Daniel Merriweather- Love & war

J / Sony BMG
VÖ: 19.06.2009

Unsere Bewertung: 6/10

Eure Ø-Bewertung: 7/10

Herz-Bube

Als Mark Ronson 2007 sein Album "Version" veröffentlichte und Tracks von Coldplay, Britney Spears, Kasabian oder Maximo Park zerpflückte, dearrangierte und neu zusammenpuzzelte, blieb anerkennendes Kopfnicken und die Freude an zwei rausragenden Hits. "Valerie", das The-Zutons-Cover mit Amy Winehouse am Mikrophon, und "Stop me", das kleine Mash-Up aus "You keep me hangin' on" von The Supremes und "Stop me if you think you've heard this one before" von The Smiths mit dem bis dato unbekannten Gesangsstimme von Daniel Merriweather. Zwei Jahre später trinkt Frau Winehouse Alkohol mit einem Schuss Alkohol, der ihr dank der Tantiemen von "Back to black" wohl auch nie ausgehen wird. Musikalisch ist dagegen Flaute. Ganz anders Daniel Merriweather. Der australische Sänger hat aus seiner unterschwelligen Präsenz mit der Hilfe von Mark Ronson eine Omnipräsenz gezaubert. Ein herausragendes "Back to black" ist es nicht geworden. Sieht man die Folgen von Frau Winehouse, ist ihm ein gutes "Love & war" aber vermutlich auch bedeutend lieber.

Merriweather legt "Change" vor und damit auch vermeintlich falsche Fährten aus. Der Song ist eine feine Popnummer mit Raps von Wale, Ronson-Bläsern, leicht funkigem Bass und kurzem, verspieltem Klaviergeklimper. "Change" darf man in Bezug auf das Album durchaus wörtlich nehmen. Während Merriweather aus den Etiketten, die ihm nach besagtem Song vermutlich bereits angehängt wurden, eine Einfahrt pflastert, ist "Love & war" nicht völlig ausgewechselt, aber doch um einige Pop-Aspekte ärmer. Dafür begreift man endlich, warum Merriweather Stevie Wonder zu seinen Vorbildern zählt. Motown, Retro-Soul, Blues und eine Menge Herzblut und Ehrlichkeit strotzen aus jedem Ton.

"For your money" lotst eine schlechte Rockballaden-Gitarre Marke Whitesnake in den Opener, aber bevor sich leichter Übelkeitsreiz durch die Speiseröhre schleicht, singt Merriweather inbrünstig an Tonleitern entlang. Er muss einfach heimlich Soulettos tragen. Sonst wäre "Red" nicht so rührend geraten, mit seinen Streichern und Sean Lennon an der Gitarre: "All of these problems they're all in your head / And I can't be somebody else / You took something perfect and painted it red." "Water and a flame" ist ein zartschmelzendes Duett mit Adele, die einer oben genannten Frau mit Bienenkorbfrisur in Bestform hier in absolut nichts nachsteht. "Impossible" ist die konsequente Fortsetzung von Ronson-Merriweathers "Stop me"-Mashups, "Chainsaw" orgelt eindeutig in die 60er, "Could you" bedankt sich bei The Mamas And Papas' "California dreamin'", und "Cigarettes" verdient sich einen doppelten Scotch: "I thought that I did my best / Now I know that isn't true / Cause my clothes smell like cigarettes / But they used to smell like you." Unterdessen riecht hier nur Mark Ronson. Und seine Nase funktioniert.

(Stephan Müller)

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Highlights

  • For your money
  • Change (feat. Wale)
  • Red
  • Water and a flame (feat. Adele)

Tracklist

  1. For your money
  2. Impossible
  3. Change (feat. Wale)
  4. Chainsaw
  5. Cigarettes
  6. Red
  7. Could you
  8. Not giving up
  9. Getting out
  10. Water and a flame (feat. Adele)
  11. Live by night
  12. Giving everything away for free

Gesamtspielzeit: 43:58 min.

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(Neueste fünf Beiträge)
User Beitrag
robert
2009-06-30 12:27:10 Uhr
der australische max mutzke. oder umgekehert? langsam ist die schiene schon zu breitgefahren. überall. bin gespannt obs irgendwann mal ne innovation im mark ronson sound gibt. so sehr er damit auch vorreiter war, im moment ruht er sich drauf aus. das album ist trotzdem nicht schlecht, aber eben auch auch nicht viel mehr.
harp
2009-06-21 06:05:03 Uhr
rezi?
Leatherface
2009-05-02 22:41:13 Uhr
Die Platte ist unerwartet stark.
Gecko
2009-04-13 22:02:27 Uhr
Klingt ja nicht so schlecht. Der Beat, die Bläser im Hintergrund, hört sich schon nach einer Ronson-Produktion an.
Leatherface
2009-04-13 21:57:14 Uhr
Daniel Merriweather hat sich bereits mit dem Smiths-Cover auf der letzten Mark Ronson-Platte einen Namen gemacht und bringt am 27. April sein Soloalbum "Love & War" im UK raus, erwartungsgemäß zwischen ganz viel (Old School-)Soul, R'n'B und Pop und ein bisschen Blues und Folk. Die Single Change ist bereits in den UK-Top10 gelandet. Die MySpace-Sachen klingen auch gut, wenn auch nicht besonders spektakulär, aber die Stimme ist halt toll....und ein hübsches Bürchen ist er auch. Was will man mehr?
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