Elysian Fields - The afterlife

Elysian Fields- The afterlife

Vicious Circle / Al!ve
VÖ: 19.06.2009

Unsere Bewertung: 7/10

Eure Ø-Bewertung: 7/10

Vertagte Auferstehung

Es ist so spät, dass es schon längst wieder früh ist. Der Club ist verraucht, die Bilder an der Wand schwarzweiß, die Einrichtung verwittert. Eigentlich sollte niemand mehr hier sein. Doch zwischen Komatrinkern und anderen Nachteulen kämpfen immer noch lebende Menschen gegen den Schlaf an. Denn die Band spielt im Halbschatten und lässt ihre Melodien in der Ecke kauern. Es sind Elysian Fields, und Jazz ist anders.

Auch das fünfte Album des New Yorker Duos in vierzehn Jahren berichtet aus einer Halbwelt zwischen Licht und Schatten, zwischen Wachheit und Schlaf, zwischen Leben und Tod. In "How we die" und "Turns me on" legt sich Jennifer Charles lasziv übers Klavier, während verminderte Skalen und Bluenotes für Spannung sorgen. "Someone" lässt langsam die Augenlieder zufallen und schickt ein paar Alpträume hinterher. "Drown those days" propagiert dann gleich ganz das Entschwinden der Wirklichkeit. Oren Bloedows Arrangements haben dabei die gewohnt cinemaskopische Qualität, was die Musik wie schon auf "Dreams that breathe your name" und "Bum raps & love taps" zwischen verschlafenem Barjazz, schuhbetrachtendem Indierock und sanftem Dreampop oszillieren lässt.

Kaum irgendwelche Musik erscheint derzeit weiter entfernt von Aufputschmitteln und Hektik zu sein. Und doch nähern sich Elysian Fields langsam der Jetztzeit an. "Where can we go but nowhere" schleicht durch einen Traum vom fehlenden Ausweg. Das famose "Only for tonight" holt mit ätherischen Anflügen den Bossanova zurück in den Untergrund, und Goldfrapp können nur irritiert hinterherglotzen. Schließlich beruhigt das abschließende Duett zwischen Charles und Bloedow die verunsicherten Geister. Mit zärtlichen Zweifeln singen sich die beiden in "Ashes in the winter light" an und gemahnen an Lou Reed und Joni Mitchell. Das ist herbe Anmut, die weitergehen darf als plumpe Schönheit. Denn wenn schon am Anfang so wunderbar gestorben wird, darf das Ende kein Schluss sein.

(Oliver Ding)

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Highlights

  • How we die
  • Where can we go but nowhere
  • Only for tonight
  • Ashes in the winter light

Tracklist

  1. How we die
  2. Where can we go but nowhere
  3. Drown those days
  4. Turns me on
  5. Only for tonight
  6. Someone
  7. Climbing my dark hair
  8. The moment
  9. Night melody of the pull
  10. Ashes in the winter light

Gesamtspielzeit: 43:49 min.

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(Neueste fünf Beiträge)
User Beitrag
bee
2011-05-03 15:03:32 Uhr
Seventh album of Brooklyn's Elysian Fields, "Last Night on Earth", to be released may 9th on French label Vicious Circle - juhuuu
Oliver Ding
2009-06-19 18:19:49 Uhr
Unter http://audio.viciouscircle.fr/?ref=R103 kann man schon mal in das Album reinhören.
shabooba
2009-03-31 00:17:35 Uhr
gibt wohl keine genialere Sängerin ;) danke für die Info
Morri
2009-03-31 00:06:50 Uhr
Eine sehr gute Meldung. Ich dachte, die Band würde gar nicht mehr existieren und nun gibt es sogar schon einen Vorgeschmack auf das neue Album. Climbing my dark hair ist äußerst schön anzuhören.
bee
2009-03-30 12:01:04 Uhr
upcoming neues Album der Noir Rock Spezialisten aus NYC - reduziert, getragen und die Stimme von Jennifer Charles ist wie nicht von dieser Welt - starkes Teil!
ear: http://www.myspace.com/elysianfieldsnyc
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