Sunn O))) - Monoliths & dimensions

Sunn O)))- Monoliths & dimensions

Southern Lord / Soulfood
VÖ: 29.05.2009

Unsere Bewertung: 8/10

Eure Ø-Bewertung: 8/10

Odyssee im Schallraum

Ein Monolith. Schwarz, von perfekter Gestalt. Vorhanden, doch nicht greifbar. Und dennoch die Welt verändernd. Eigentlich trudelt er durch Stanley Kubricks "2001", passt aber auch hervorragend zu Sunn O))). Denn wer wollte abstreiten, dass außer für die Durchgeknalltesten der Connaisseure die Soundwände der Herren Stephen O'Malley und Greg Anderson einen starken Willen fordern? Den Willen, sich herabfallen zu lassen in die düster dräuenden Wogen des Drone Doom.

Natürlich ist jede Faser von Sunn O))) genau so gewollt. Die letzte Platte "Black one" zu nennen, ist da fast schon plump. Und auch heuer ist der Albumtitel pure Programmatik. Vier Songs in 53 Minuten sprechen für sich. Es braucht Minuten, bis bei "Agharta" so etwas ähnliches wie ein Riff zu erkennen ist, zumal Sunn O))) konsequenterweise gleich mal vollständig aufs Schlagzeug verzichten. Dafür jedoch mit Attila Csihar einen Vokalisten dabei haben, der bereits für Mayhems Black-Metal-Urknall "De mysteriis dom. Sathanas" hinter dem Mikrophon stand.

Insbesondere bei "Agharta" weiß Csihar im Gegensatz zu besagter Platte mit unsagbar düsterem Sprechgesang zu überzeugen. Von einer Welle tiefst gestimmter Gitarrenakkorde schier erdrückt, die Nerven durch Distortion und Feedback zum Zerreißen gespannt, wird der Hörer durch höllentiefes Geknarze durch Landschaften voller Grabeskälte geschickt.

Dass das ausgerechnet im Frühsommer passiert, ist nur eines der Zeichen dafür, dass die Herren durchaus Humor besitzen, was sie so angenehm von den im Genre üblichen Pandabären unterscheidet. Denn wie sonst kommt man auf einen Titel wie "Megszentségteleníthetetlenségeskedéseitekért"? Des Ungarischen mächtige Leser werden um passende Übersetzung per Mail an post@plattentests.de gebeten.

Das Meisterstück liefern Sunn O))) allerdings mit "Alice" ab. Hörner, Harfen und Streicher zerfetzen gemeinsam mit einem Frauenchor den mühsam errichteten schwarzen Vorhang. Und als würden O'Malley und Anderson die Kapuzen ihrer Kutten abnehmen, wird alles klar. Positiv geradezu. Ein würdiger Abschluss einer großen Platte. Die Sunn O))) als Schöpfer und Gottväter ihres Genres bestätigt.

(Markus Bellmann)

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Highlights

  • Agharta
  • Alice

Tracklist

  1. Agharta
  2. Big church (Megszentségte- leníthetetlensége- skedéseitekért)
  3. Hunting & gathering (Cydonia)
  4. Alice

Gesamtspielzeit: 53:38 min.

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(Neueste fünf Beiträge)
User Beitrag
caballero
2011-01-26 20:22:33 Uhr
ich bin mittlerweile begeistert von dieser platte.
es hat gedauert bis ich das verstanden habe.
mit einem hang zur avantgarde kommt man an dieser platte nicht vorbei.
diese atmosphäre muss man sich erarbeiten.

da monoliths and dimensions mein
einstieg war,habe ich mich mit weiteren releases beschäftigt.
black one ist mir stellenweise dann doch zu heftig,die vocals sind dort zu derb und stören,auch teilweise bei m/d .
instrumental wären die songs noch intensiver.

meine top 5.
1 m/d
2 white 1
3 white 2
4 domkirke
5 oracle




nix ohhh
2009-10-29 11:53:13 Uhr
Sunn O))) (gesprochen: sʌn)

Quelle: Wikipedia
melog
2009-10-29 11:48:50 Uhr
zan-ohhh!
golem
2009-10-29 11:47:34 Uhr
ßan
Wie
2009-10-29 11:14:44 Uhr
spricht man das eigentlich aus?
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