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Super Furry Animals - Rings around the world

Super Furry Animals- Rings around the world

Epic / Sony
VÖ: 17.09.2001

Unsere Bewertung: 7/10

Eure Ø-Bewertung: 8/10

Around the fur

Och, wie niedlich! Wem geht nicht das Herz beim Gedanken an ein flauschiges, kleines Tierchen auf, das einem schutzsuchend in den Ärmel krabbelt? Dabei lächelt man versonnen in sich hinein, während das Vieh munter den Arm herunterläuft und einem seine Füßchen in die Haut gräbt. Die Super Furry Animals wird vielleicht niemand ernsthaft niedlich finden, aber versonnen lächeln dafür umso mehr, wenn man von den Geschichten der Band erfährt. So trug die erste EP der Pelztierchen den Namen "Llanfairpwllgwyngyllgogerychwyndrobwllantysiliogogogochynygofod (in space)" - ein Name, der den britischen Plattenladenbesitzern sicher eine Menge Freude bereitet hat. Um ihr neues Werk haben die fünf Waliser wieder ein hübsches Netz aus kleinen Späßen gebastelt. So führen sie als Vergleich ausgerechnet Michael Jacksons "Thriller" an und für die erste Single "Juxtaposed with you" gibt es im Internet eine e-Card, mit der man angeblich seine sexuellen Fähigkeiten erproben kann.

So ist es doch im Grunde nur konsequent, daß "Rings around the world" mit ähnlich vielen Merkwürdigkeiten aufwartet. Das Titelstück ist ein netter Popsong mit lautmalerischem Refrain ("Ring, ring, rings around the world"), bei dem Supergrass heimlich als Trauzeugen zugegen gewesen sein könnten. "No sympathy" ist der inzwischen fast obligatorische Haß-Song, in dem man in einem, gewöhnlich als "sehr persönlich" charakterisierten Text klarstellt, daß die angesprochene Person im Grunde eine viel ärmere Wurst ist als man selbst. Nur: Dieses Stück gibt sich keine Mühe, in seiner Wut authentisch zu wirken. Beim Hören wird die Erinnerung an eine Klassenfahrt in der Unterstufe, bei der man eine völlig zerkratzte CD hören mußte, wach. Denn am Ende entgleist in diesem Song so ziemlich alles, vom Beat bis zu dem Gitarren und wird zu einem verworrenen Knäuel aus Tönen. Witzig ist das, nur nicht wirklich böse, aber auch nicht wirklich lieb. Obwohl man ab und zu beinahe versucht ist, zu glauben, die Band sei wirklich kuschelig wie ein Streichelzoo. Denn Songs wie "Shoot Doris Day" oder "Presidential suite" klingen mit Streichern und sanftem Harmoniegesang fast wie echte Balladen. Wären da nicht die abstrusen Texte, die, oho, brisante Themen wie die Lewinsky-Affäre aufgreifen.

Album Nr. 5 der Super Furry Animals klingt nach einer Weltreise, bei die Reisenden einige Kilometer über der Erde zu schweben scheinen und dabei in nicht immer ganz gewohnte Sphären abdriften. Passend dazu ist die Graphik im Booklet, die an die Neuauflage eines Beatles-Zeichentrickfilms für das 21. Jahrhundert erinnert. Es gibt eine Menge Menschen auf dieser Welt, die versuchen, sich interessanter zu machen als sie es sind. Und es gibt Menschen, die einfach lustige Ideen haben und daher interessant sind. Wenn solche Menschen Musik machen, klingt die wahrscheinlich wie dieses Album. Das ist nicht mehr und nicht weniger als unterhaltsam, aber sonst wäre die Sache ja auch nur halb so lustig.

(Laura Scheiter)

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Highlights

  • Sidewalk serfer girl
  • (Drawing) rings around the world
  • Juxtapozed with you

Tracklist

  1. Alternative route to vulcan street
  2. Sidewalk serfer girl
  3. (Drawing) rings around the world
  4. It's not the end of the world?
  5. Receptacle for the respectable
  6. [A]touch sensitive
  7. Shoot Doris Day
  8. Miniature
  9. No sympathy
  10. Juxtapozed with you
  11. Presidential suite
  12. Run! christian, run!
  13. Fragile happiness

Gesamtspielzeit: 52:56 min.

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