A-Ha - Foot of the mountain

A-Ha- Foot of the mountain

We Love / Universal
VÖ: 12.06.2009

Unsere Bewertung: 7/10

Eure Ø-Bewertung: 8/10

Alte Romantiker

Wenn Bands twittern, erfährt man interessante Details. Die setzkastenartige Bühne beim Finale von Germany's Next Top Model ruinierte den Norwegern also die Frisur. Dennoch hat sich das Opfer gelohnt: Mit dem Titelstück ihres neunten Studioalbums glückte A-Ha postwendend ihr höchster Neueinstieg in die deutschen Singlecharts seit über 15 Jahren. Und nebenbei auch noch ihr bester Song seit mindestens der Comeback-Hymne "Summer moved on". "Foot on the mountain" freut sich zu akustischer Gitarre und sanfter Ohrwurmigkeit über das Leben und gemeinsames Altwerden.

Apropos Altern: Es ist (nicht nur) für 80er-Überlebende gerade hip, den Anschluss an die Moderne im Rückwärtsgang zu finden. Also lassen A-Ha die Elektronik zwitschern wie seit "Hunting high and low" nicht mehr. Halten sich die Synthesizer im romantischen Titelstück noch eher zurück, fiept "The bandstand" an Pluckerbass und hallender Snare vorbei fröhliche Morsezeichen. "What there is" und "Real meaning" haben einen Vocoder dabei, und das süßliche "Riding the crest" ist beinahe mehr Vince Clarke als Erasure, Yazoo und die frühen Depeche Mode zusammen. Synthpop as Synthpop can.

Kalt und steril klingt auf "Foot of the mountain" dennoch nichts. Die Songs grundieren sich in milder Melancholie, und Morten Harkets Stimme veredelt sie. Über die elektronischen Texturen legen Magne Furuholmen und Pål Waaktaar-Savoy schnurrende Gitarren und flirrende Streicher. "The shadowside" wiegt sich im halbdunklen Groove zu Harkets tröstlichem Falsett, und "Nothing is keeping you here" schmilzt gleich ganz dahin. Wo sein "Letter from Egypt" im Kitsch versank, greift bei A-Ha die Qualitätskontrolle. Selbst dass A-Ha mit dem Versuch scheitern, OMDs "Maid of Orleans" mit "Start the simulator" einen kleinen Bruder zu schenken, mag man ihnen nicht übelnehmen.

"Foot of the mountain" verbreitet eine durch und durch menschliche Atmosphäre. Die kleinen und großen Wünsche findet man hier genauso wie Hoffnungen, Zweifel, Fehler und Triumphe. Songs fließen mit angenehmer Professionalität ins Ohr und bleiben keine Sekunde zu kurz im Gedächtnis. Dabei war die kompetente Produktion von Mark Saunders, Steve Osbourne und Roland Spremberg sicherlich nützlich. Die unaufgeregte Eleganz, die das Album auszeichnet, gibt es jedoch nicht als ProTools-Plugin. Das ist aufrechter, verspielter, selbstbewusster, überaus gelungener Pop. Von A-Ha war nichts anderes zu erwarten.

(Oliver Ding)

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Highlights

  • The bandstand
  • Foot of the mountain
  • Shadowside
  • Sunny mystery

Tracklist

  1. The bandstand
  2. Riding the crest
  3. What there is
  4. Foot of the mountain
  5. Real meaning
  6. Shadowside
  7. Nothing is keeping you here
  8. Mother Nature goes to heaven
  9. Sunny mystery
  10. Start the simulator

Gesamtspielzeit: 40:45 min.

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(Neueste fünf Beiträge)
User Beitrag
MichaelDiao
2014-05-28 01:22:58 Uhr
Das beste Album von a-ha!

Also dieses Album ist wirklich vom Anfang bis zum Ende perfekt! Hat einen sehr tollen Sound der auch an die 80er erinnert, diese aber trotzdem sehr neu klingen lässt. Auch das Artwork gefällt mir sehr, passt eben alles zum Konzept.

Sollten mehr Leute kennen!
Meisterwerk!
wtf?????????
2013-05-30 18:04:15 Uhr
Billigstes Keane-Plagiat 1/10
Holladriho
2013-05-30 15:21:49 Uhr
The Bandstand ist vll. das beste Poplied aller Zeiten.

Nanana. Mal nicht übertreiben.


night porter
... Der Stadiongeruch ist sicherlich immer noch da, es klingt auch nicht taufrisch und wohl eher routiniert als inspiriert. Dennoch führen die Leichtigkeit, die nie aufdringlcih wirkende Verspieltheit und vor allem die guten Songs (im Gegensatz zur Analogue gibt es keine Ausfälle) zu einem tollen Album. Wie ungelenk bemüht dagegen die neue Depeche Mode klingt.


Schön gesagt.
@Greylight
2011-03-22 20:24:00 Uhr
Wenn man mal die letzten Alben von Depeche Mode und a-ha vergleicht (beides Synthie, das eine mehr Pop, das andere mehr Rock) dann sehe ich aber eine 2 Klassengesellschaft. Nein, nicht a-ha sind die 2. Geige, sonder eindeutig DM. DM hat in den letzten Jahren enorm nachgelassen, kann den Hype um Gahan und seine Psychos trotz einiger genialer Songs nicht nachvollziehen. a-ha sind dagegen absolute Championsleague finden jedoch kaum Beachtung.

Für jeden Synthie- oder Popmusik-Fan ist Foot Of The Mountain ein Pflichtlauf. Meisterhafte Musik.

The Bandstand ist vll. das beste Poplied aller Zeiten.
Grandios!
2011-03-22 20:19:48 Uhr
1. The bandstand 10/10
2. Riding the crest 9/10
3. What there is 8/10
4. Foot of the mountain 10/10
5. Real meaning 6/10
6. Shadowside 9/10
7. Nothing is keeping you here 7/10
8. Mother nature goes to heaven 7/10
9. Sunny mystery 8/10
10. Start the simulator 9/10
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  • a-ha (153 Beiträge / Letzter am 18.02.2012 - 00:47 Uhr)