Bandaloop - Aromatik

Bandaloop- Aromatik

Sony
VÖ: 20.08.1999

Unsere Bewertung: 2/10

Eure Ø-Bewertung: 7/10

Außergewöhnlich geschmacklos

Tapfere Männer an altmodischen Instrumenten im Hintergrund, eine starke Frau und allerlei modernste Elektronik im Vordergrund. Ist das innovativ? Nun, zumindest ist es das, was Plattenfirmen heute für innovativ und zukunftsweisend halten. Sonst würde nicht nach Fruit, Dan und Motorsheep mit Bandaloop eine weitere deutsche Band dieser Art auf den Markt geworfen und mit teurer Promotion inclusive zweier Hochglanzvideoclips bedacht. Seltsam daß mir auf Anhieb acht ähnliche Künstlerinnen einfallen - so neu können Bandaloop also doch nicht sein.

Die faire Chance, die ich Bandaloop gegeben hätte, machten schon die beiden ersten Singleauskopplungen zunichte, "Universe of love" ist der schlechteste Rocksong, den ich seit langem auf Viva2 gehört habe. Daß sich das Album "Aromatik" nennt und mit den beiden Singles beginnt läßt schon Böses erahnen, mit dem Rest haben Bandaloop dann in der Tat nicht viel mehr zu bieten. Der Bandname nimmt den Stil bereits vorweg, nach dem ersten Teil sucht man aber eher vergeblich. Der Versuch, mit den Drumloops dem Hörer Sand in die Augen zu streuen scheitert kläglich - auch mit den aufdringlichsten Elektronikelementen läßt sich dürftiges Songwriting nur schwer verstecken. Die einzelnen Endprodukte klingen dermaßen künstlich und austauschbar, daß ich mich frage, ob denn überhaupt eine richtige Band hinter Bandaloop steckt und nicht nur eines dieser auf Rock-Trip-Hop getrimmten Eurodanceprojekte.

Mit den reduzierteren "Deeper" und "St. Michel" nimmt mein Ohr irgendwann doch noch erträgliche Klänge wahr - wenn auch von ihren Vorbildern wie Madonnas "The power of goodbye" noch meilenweit entfernt. Immerhin kommen hier die bescheidenen Stärken der Band zum Ausdruck - die Texte, die gar nicht einmal so banal sind wie es "Extraordinary" erahnen läßt, und die Stimme von Sängerin Sarah Döring, die Madonna auf "St. Michel" tatsächlich zum Verwechseln ähnlich klingt. Gegen Ende des Albums macht sich schließlich ein wirklich zufriedenes Lächeln auf meinem Gesicht breit. Mir ist wieder eingefallen, daß ich diese CD nicht gekauft, sondern nur geliehen habe.

(Armin Linder)

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Highlights

  • Deeper

Tracklist

  1. Universe of love
  2. Extraordinary
  3. Names
  4. Weaver
  5. Deeper
  6. Swell
  7. Thin air
  8. Water-roses
  9. Single zone
  10. Meteor
  11. Move me
  12. St. Michel
  13. Mamoon

Gesamtspielzeit: 61:37 min.