Silversun Pickups - Swoon

Silversun Pickups- Swoon

Dangerbird / Warner
VÖ: 29.05.2009

Unsere Bewertung: 5/10

Eure Ø-Bewertung: 8/10

Die ewigen Zweiten

Raus mit der schlechten Luft. Die Silversun Pickups haben gelernt, ökonomisch zu arbeiten. Hatte das kalifornische Quartett nach der Veröffentlichung ihrer EP "Pikul" mit dem Touren so viel an der Backe, dass das Debütalbum "Carnavas" zwischen Tourbus und Soundcheck eingerumpelt wurde, kommt der Nachfolger "Swoon" nun als durchdachtes Konzeptalbum daher. Als Qualitätsmerkmal taugt das wenig: Verschwunden ist die Frische, das Naive, der Sturm zum Drang. "Swoon" gefällt sich viel mehr in der uramerikanischen Breitschultrigkeit der Neunziger. Zwischen brutal und banal, grotesk und perfide.

Vieles klingt noch immer sehr verführerisch nach den frühen Smashing Pumpkins. Die lautstarke Eröffnung beispielsweise. Da walzt die scharfe Gitarre über einen quälend agilen Rhythmus, während Brian Aubert durch seine süßlichen Melodiebögen sickert. Die persönlichen Traumata des Sängers sind der Aufhänger von "Swoon". Eine willkürliche Kombination von Aggression und Schönheit. Was davon beim Hörer ankommt, ist Penälerlyrik und simple Teenageangst fürs amerikanische Collegeradio. Tolle Idee: Dezentes Geschrei im Hintergrund erhöht den Marktwert.

Ignoriert man die pathetischen Streicher, die kitschigen Pianobeiträge, kommt ab und an eine gelungene Soundwand aus den Tiefen des Pathos gestapft. Plötzlich ergibt die Kleisterei des Quartetts einen Sinn. Immer dann, wenn die Silversun Pickups dem Song Platz zum Wachsen lassen, wenn sie ihn mit ihrem Drang zur Überfüllung in Ruhe lassen, ergeben sich formidable Songs. Die Single "Panic switch" ist eine dieser gelungenen Kompositionen. Da singt Aubert über einem einsam laufenden Bass, der Refrain explodiert im Zuge dieses Kontrasts. Die Gitarre wappnet sich für das furiose Finale. Es funktioniert.

So auch das schlichte "Draining". Zwar überspannt auch hier der Streicherwahn den Geschmacksgürtel, doch erholt sich die Band endlich von ihrer Kraftmeierei. Das große Problem der Silversun Pickups: Sie klingen wie die Großen des letzten Jahrzehnts, ohne diesen das kompositorische Wasser zu reichen. Doch muss man ebenfalls anmerken: Selbst wenn die Band die Größe und Tiefe der Smashing Pumpkins erreichen könnte: Dieser Sound ist eben nicht zeitlos. Und die Finale wurden alle bereits gespielt.

(Christian Preußer)

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Highlights

  • Growing old is getting old
  • Panic switch
  • Draining

Tracklist

  1. There's no secret this year
  2. The royal we
  3. Growing old is getting old
  4. It's nice to know you work alone
  5. Panic switch
  6. Draining
  7. Sort of
  8. Substitution
  9. Catch and release
  10. Surrounded (or spiraling)

Gesamtspielzeit: 51:22 min.

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(Neueste fünf Beiträge)
User Beitrag
musie
2010-10-11 07:41:29 Uhr
ein super album, immer noch. und zur jahreszeit passend..
TRBNGR
2010-10-10 19:28:09 Uhr
Auch erst vor ner Weile für mich entdeckt, find die Scheibe BOMBE! Und irgendwie hab ich bei Swoon ziemlich oft Coheed & Cambria Flashs (Second Stage Phase), muss wohl die Stimme sein... Macht nen Heidenspaß, das Ding
Dan
2010-10-10 16:45:31 Uhr

rausgekramt, gutes Album, tolle Songs dabei
musie
2010-05-12 09:53:17 Uhr
... und der macht ja auch die musik. siehst du, es geht um musik...

ich ich finde das wort ätzend ... atze ärzte ätzend... brrrrrrrr
mj k.j hkj
2010-05-11 22:05:07 Uhr
ich hab dein posting gelesen. und ich find's im ton immer noch ätzend, sorry.
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