Aiden - Knives

Aiden- Knives

Victory / Soulfood
VÖ: 15.05.2009

Unsere Bewertung: 2/10

Eure Ø-Bewertung: 5/10

Lider, die die Welt nicht braucht

Besondere Alben erfordern eine besondere Art der Aufbereitung. So ist die folgende Rezension auch nicht als Analyse inklusive dem endlosen Geschwätz von Schulaufsätzen zu verstehen, das solchen Texten gerne mal zueigen ist. Sondern vielmehr wie das, was auch auf Ducal-, Marlboro- und Rothändle-Packungen klebt: eine Warnung vom Bundesgesundheitsminister. Um vorzustellen, worum es hier eigentlich genau geht: Aiden sind eine Emo-Band aus Seattle, die vor einigen Jahren nur deshalb einen Plattenvertrag bekam, weil sie nach allem klang, was zu jener Zeit in Sachen Rockmusik in Schussweite der Billboardcharts rutschte: AFI, My Chemical Romance, Taking Back Sunday. Schwarz umrandete Songs und Augen inbegriffen. Kajal, Mascara und Lidschatten tropfte aus jedem Ton. Dass die Songs dieser Band meist zum Davonlaufen waren? Lass stecken. Analog-Käse ist näher am Original als diese Nummern es je gewesen sind. Selbst, dass man von den dazugehörigen Alben Ausschlag bekam, kriegte von der Zielgruppe kaum jemand mit. Die hielt die Nebenwirkungen für Pickel, Mitesser oder Pusteln. Und zog mit dem Eyeliner nochmal nach.

"Knives" ist mittlerweile Aidens viertes Album. Und es ändert nichts, aber gar nichts an der Garstigkeit dieser Band. Im Gegenteil: Sänger William Francis, der schon seit jeher das Charisma eines automatischen Anrufbeantworters hat, quakt sich dermaßen durch diese Platte, als wäre er ein verlorener Sohn von Kermit, dem Frosch. Er setzt sich die Teufelshörner auf und macht den Satansbraten. Dazu noch einen Augenaufschlag mit schwarzen Lidern. Und dann die Songs! Nur Fritzchen-Witze sind abgestander als sie. Nur Nu Pagadi noch diabolischer. "Knives" ist eine unaussprechliche Sauce aus Emoriffing, produziert für Multiplex-Arenen, so austauschbar wie der Motor in Darda-Autos. Ein Teufelzeug, beschmiert mit gekritzelten Pentagrammen, deren sich Ville Valo schämen würde. Dazu torkeln 80er-Spandex-Gitarren durch die Tracks, für die Danzig-Spezi John Christ eigentlich Tantiemen beantragen müsste - wenn der sich mit sowas überhaupt abgeben würde. Und vom Gemopse bei allen AFI-, Misfits-, und Alkaline-Trio-Songs, die jemals gemacht worden sind, ließen sich Warped-Tour-Compilations bis ins Jahr 2048 füllen. Ohne sie müssten weder Aiden noch dieses Album noch dieser Text überhaupt sein. So aber haben wir jetzt den Salat.

Zwar feiern Aiden nach der schlechtesten 3/10 nun auch die schlechteste 2/10 aller Zeiten. Zu streng darf man mit "Knives" trotzdem nicht sein. Immerhin finanziert Labelmacher Tony Victory genau mit diesen Übeln Comeback Kid, Darkest Hour oder Between The Buried And Me. Ohne das Geld, das er Kajalstift-Mädchen mit diesem Treppenwitz von einer Emoplatte aus der Tasche zieht, könnte man sich bei Vicory Records auch keine Neuauflagen von alten Thursday-Alben leisten. Der Zweck heiligt die Mittel, wie es so schön heißt, und sei das auch noch so gemein. Dennoch sollten die Opfer, die dieses Album forderte, nicht unerwähnt bleiben. Vernichtet wurden:

2x Stereolautsprecher Wharfedale Diamond 9.2, 265,05€
1x Onkyo TX-8222 Stereo Receiver, 259,59€
Eine Palette Klosterfrau Melissengeist
Pucki der Wellensittich

Rechnung folgt.

(Sven Cadario)

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Highlights

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Tracklist

  1. Killing machine
  2. Let the right one in
  3. Scavengers of the damned
  4. Elizabeth
  5. Crusifiction
  6. The asylum
  7. Portrait
  8. Excommunicate
  9. King on holiday
  10. Market hell

Gesamtspielzeit: 35:03 min.

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(Neueste fünf Beiträge)
User Beitrag
Jawollo
2015-10-27 18:13:00 Uhr
Momentan alle Alben der Band KOSTENLOS und LEGAL!!!
solea
2009-06-10 16:57:51 Uhr
wenn man eine Band grundsätzlich nicht mag, verstehe ich nicht warum man unbedingt Rezensionen über deren werke schreiben muss. Ich hör mir doch auch keine Bohlen cd an und sag danach, man ist die Scheiße.
Sven
2009-06-10 16:50:44 Uhr
die platte ist nicht der hammer, das stimmt, aber auch bei weitem nicht so schlecht wie beschrieben

Wer bei diesem Album mit einem "Ist zwar nicht gut, aber nicht sooo schlecht" daherkommt, hat eigentlich schon verloren. Aiden verhalten sich zu den Misfits wie HIM zu Type O Negative.

Unter uns Freunden: Ohne Vocals wäre das einfach eine Sache für Leute, die auch Silverstein, Hawthorne Heights und wie sie alle für den Hit halten. Will heißen: langweilig. Mit Vocals? Hören sie selbst.
WaclavBrunskij
2009-06-10 10:03:57 Uhr
@T. : warum sollte man sich da zurückhalten. das ist doch gerade der spass.
T.
2009-06-09 14:50:40 Uhr
die platte ist nicht der hammer, das stimmt, aber auch bei weitem nicht so schlecht wie beschrieben. ein review ist natürlich immer subjektiv, aber wenns nur darum geht zu zeigen wie scheiße man ne band findet sollte man sich eher mal zurückhalten.
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