Cato Salsa Experience - A good tip for a good time

Cato Salsa Experience- A good tip for a good time

Supermusic / Weserlabel / Indigo
VÖ: 10.09.2001

Unsere Bewertung: 7/10

Eure Ø-Bewertung: 9/10

Sonnenschein in Dosen

Skandinavien ist immer wieder für eine Überraschung gut. Erst fallen finnische Extremcellisten mit einer neuen Metal-Spielart auf, dann wird ein ganzes Punkrock-Revival "Schwedenrock" genannt. Und nach El Cacoschicken sich jetzt mit Cato Salsa Experience die nächsten Norweger an, den Retro-Liebhabern eine ordentliche Packung zu verpassen. Erneut gibt der Bandname Rätsel auf: Wer zum Teufel ist Cato, und was hat das Ganze hier mit Salsa zu tun?

Der erste Eindruck von "A good tip for a good time" ruft eindeutig Jon Spencer auf den Plan, während auch "Listen to me daddy'o" problemlos als Blues Explosion-Song durchgehen könnte. Spätestens, wenn im Intro zu "M.F." die Surforgel losheult, wird aber klar, daß man keineswegs Jon Spencer huldigt, sondern vor allem schlicht die selben Vorbilder verehrt. Fast alles, was die Sixties hergeben, wird in der Osloer Garage zu scharfen Häppchen verwurstet. Wer nach deren Genuß Feuer spuckt, weiß auch endlich, was mit "Salsa" gemeint sein könnte.

Die langen Tage, vielleicht sogar Mitternachtssonne, sollen ja bekanntlich zu ungeahnter Euphorie führen können. Ähnlich steckt auch bei Cato Salsa Experience in jedem Song die pure Spielfreude. Es bedarf schon etwas Körperbeherrschung, um beim Genuß von "A good tip for a good time" die Hüften stillzuhalten. Mag sein, daß es im südlichen Kalifornien nie regnet und daß die Sonne dort wärmer scheint - länger scheint sie allemal an Norwegens Fjörden, zumindest im Sommer. Und im Winter geht ab jetzt die Sonne auf, sobald Cato Salsa Experience im Player rotiert.

Zu ungebremster Spielfreude gesellt sich auf "A good tip for a good time" ein selbstbewußter Mittelfinger, der in Richtung Zeitgeist gezeigt wird. Mit Sechziger-Mucke ist kein Blumentopf zu gewinnen? Das wollen wir doch mal sehen! Krachgitarren mit viel Twäng, jaulende Orgeln und Drums, die wahlweise "rumms" oder einfach nur "plopp" machen, das ist zeitlos. Recht haben sie, und es ist cool. So cool wie die Sonnenbrille, die man trägt, während man um Mitternacht in die Sonne blinzelt und dem Elch beim Fjördsurfen zuschaut.

(Rüdiger Hofmann)

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Highlights

  • M.F.
  • Deadbeat
  • Time to freak out!
  • Albert Bones electric meal

Tracklist

  1. Listen to me daddy'o
  2. So, the circus is back in town
  3. M.F.
  4. Lucky girl
  5. I can give you anything
  6. Deadbeat
  7. Move on
  8. High heeled leather boots
  9. Time to freak out!
  10. Tanquaray
  11. Albert Bones electric meal

Gesamtspielzeit: 36:17 min.

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