NOFX - Coaster

NOFX- Coaster

Fat Wreck / SPV
VÖ: 24.04.2009

Unsere Bewertung: 7/10

Eure Ø-Bewertung: 8/10

Am Wasser gebaut

Schon gewusst? Fat Mike ist gar nicht sooo fett. Den Spitznamen hat der wort- und stimmgewaltige NOFX-Frontmann noch aus Highschool-Zeiten weg, als er tatsächlich ein paar Pfund zu viel auf die Waage brachte. Wie, was heißt da alter Hut? Na gut, wie wäre es mit einer weniger bekannten Tatsache: Der Mann hat auch Gefühle. Und ist neuerdings bereit und in der Lage, ein völlig unironisches, persönliches Lied zu schreiben. Was sagt man dazu? "My orphan year" heißt der Song, in dem Fat Mike den Tod seiner Eltern im Jahr 2006 behandelt, und das auch noch aus zwei unterschiedlichen Perspektiven: Distanz (zum ungeliebten Vater, der die Familie früh verließ) und echte Wut und Trauer (über die Mama, die den Bengel danach alleine aufziehen durfte). Eine Horrorvorstellung, die jedem hartgesottenen Punk den Iro zusammensacken lässt - mutieren NOFX auf ihrem elften Studioalbum "Coaster" zur Emo-Band? Sieht man Eric Melvin demnächst mit Lidschatten und schwarz lackierten Fingernägeln auf der Bühne stehen?.

Die Sorge ist natürlich völlig unbegründet, wie die restlichen der knapp 33 Minuten des neuesten Destillats aus dem Hause Fat Wreck zeigen. Denn mal abgesehen von der angeführten Selbsttherapie des dicken Herrn M. bleiben sich NOFX auch im 26. Jahr ihres Bestehens treu. Heißt: Den Schubregler auf "wahnsinnige Geschwindigkeit" gestellt, runtergeschrubbelte Gitarrenriffs en gros, und dann noch die stets zitierfähigen Texte, die zwischen politischer Anklage, Religionsverachtung und blankem Unsinn pendeln. Unterhaltsam von der ersten bis zur letzten Minute, und auch genau das, was man von NOFX erwartet. Diese Tatsache mit "berechenbar" gleichzusetzen, ist aber natürlich großer Schmarrn. Wie auf jedem Album seit "White trash, two heebs and a bean" streuen NOFX auch diesmal wieder jede Menge Würze ins Gebräu, die den Konsumenten scharf machen.

Ganz großes Kino ist zum Beispiel Fat Mikes Poetry-Slam-reife Erzählung von einem Treffen mit Sara Quin (ja genau, die von Tegan And Sara) nach einem Festivalgig in Deutschland, welches die lesbische junge Dame offensichtlich in Verwirrung gestürzt hat. Auch den Coup, einen beißend religionskritischen Song wie "Best god in show" in ein Reggae-Gewand zu kleiden, hat seit Propagandhi niemand mehr so gut hinbekommen. Oder wie wäre es mit einem Lied im Jazz-Gewand über die eigene Alkoholabhängigkeit? Bei NOFX ist man vor nichts sicher. Anders als viele Weggefährten sind NOFX auch 2009 noch relevant. Ohne Aussetzer steuert das Flaggschiff des Westcoast-Punkrock durch die bewegte See der Gegenwart. Alle Mann an Deck.

(Mark Read)

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Highlights

  • We called it America
  • The quitter
  • My orphan year
  • Creeping out Sara

Tracklist

  1. We called it America
  2. The quitter
  3. First call
  4. My orphan year
  5. Blasphemy (The victimless crime)
  6. Creeping out Sara
  7. Eddie, Bruce and Paul
  8. Best god in show
  9. Suits and ladders
  10. The agony of victory
  11. I am an alcoholic
  12. One million coasters

Gesamtspielzeit: 32:54 min.

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User Beitrag
OD
2009-07-04 18:57:50 Uhr
So viele User können sich nicht irren!

Habe aber auch keinen Bock hier so ausführlich über Leute zu reden, die ich nicht kenne und die mich auch nicht sonderlich interessieren. Nix für ungut!

@BarrY: Ich mag Suits and Ladders auch am liebsten. Hat mir immer sehr gut gefallen, wenn Mike und Eric zusammen singen/keifen (Serparation of Church and Skate, The Decline). Hat nen geilen Drive, geht gut nach vorne.
Obrac
2009-07-03 23:59:49 Uhr
Leute wie Cabeza und rainy april day lassen mich noch an das Gute in diesem Forum glauben..
rainy april day
2009-07-03 22:25:31 Uhr
Weder NoFX noch das Album interessieren mich. Ich wollte lediglich mal kurz für Obrac einstehen, der sich hier grotesken Anschuldigungen und hanebüchener Argumentation mal wieder tapfer zur Wehr setzt, ohne unfair oder beleidigend zu werden. Daumen hoch, dafür. So, ich geh mal wieder in den Tegan % Sara-Thread zurück :-)
Obrac
2009-07-03 17:34:46 Uhr
auf Seite 1 schreibt auch Obrac, dass das Album und Tegan & Sara schlecht sind und schreibt auch nicht, dass das seine Meinung ist, also komm mal runter!

Oh Mann.. Soll man jetzt jedes Mal, wenn man Musik hier bewertet, hinzufügen, dass es seine Meinung ist? Welche soll es denn sonst sein? Deine, oder was?

Auch dieser ganze psychologische Scheiß ist totaler Quatsch. Auf solche Mittel (und Beleidigungen) wird immer zurückgegriffen, wenn mit dem eigenen Ego, der eigenen Psyche was nicht o.k. ist.

Psychologischer Scheiß ist Quatsch, aber du attestiert Leuten eine kaputte Psyche? Auf sowas wird immer zurückgegriffen, wenn was mit der eigenen Psyche nicht ok ist, habe ich mal gehört.

Fazit des Ganzen: Solange man das Album "einfach nur geil" findet, ist alles ok. Wenn man anderer Meinung ist, ist man ein Besserwisser und will anderen seine Meinung aufdrängen.
Der Thread war heute eine unterhaltsame Abwechslung an einem arbeitsfaulen Tag.
OD
2009-07-03 17:21:12 Uhr
Mir gefällt auch Tegan & Sara, passt sehr gut zu der Lisa/Louise-Trilogie, nur halt ein bisschen slower.

@BArry: gute Antwort!

@Cabeza: auf Seite 1 schreibt auch Obrac, dass das Album und Tegan & Sara schlecht sind und schreibt auch nicht, dass das seine Meinung ist, also komm mal runter! Auch dieser ganze psychologische Scheiß ist totaler Quatsch. Auf solche Mittel (und Beleidigungen) wird immer zurückgegriffen, wenn mit dem eigenen Ego, der eigenen Psyche was nicht o.k. ist.
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