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Maroon - Order

Maroon- Order

Century / EMI
VÖ: 17.04.2009

Unsere Bewertung: 3/10

Eure Ø-Bewertung: 5/10

Dummfang

André Moraweck bringt es in Unclesally*s auf den Punkt: "Im Osten sehen wir das pragmatisch: Wenn du ein Album 'Cryptic enslaved malefaction of desire' nennst, kriegt das nie einer zusammen." Und im Grunde hat er damit selbst bereits alles Wichtige gesagt: Maroon machen es diesmal auf die ganz simple Tour, weil Ossis ja scheinbar geistig etwas beschränkt sind. Schönen Dank auch! Aber das eine bedingt ja nicht selten das andere, und schlussendlich ergibt sich daraus die Huhn-oder-Ei-Frage: Wurden die Ossis so einfältig im Hirn, weil sie täglich Maroons plumpen Metal ertragen mussten? Oder umgekehrt: Maroon so einfallslos, weil die Nordthüringer Heimat so dermaßen trostlos ist und dort nur Hirnis rumrennen? Man weiß es nicht.

Halten wir allerdings fest: Die einen haben zwar des Öfteren wirklich nicht alle Latten am Zaun, die anderen - sprich Maroon - müssen deswegen aber nicht gleich mit dem Vorschlaghammer drauflos keulen. Denn genau so hört sich "Order" an: Wie für Kloppies. So bekommen Ronny und Kevin einfach durchweg böse Gitarren mit fiesem Getrommel und Standardgeschrei eingetrichtert, da müssen sie aber immerhin um keine zwei Ecken mitdenken. Selbst die nicht ganz so ostdeutschen Titelparolen wie "Bombs over ignorance" oder "Stay brutal" kriegt Maik beim Mitgröhlen hin. Glückwunsch! Das klingt dann zwar in der Aussprache etwas provinzieller, unterstreicht aber den plakativen Charakter. Trueness und so!

Doch das allergrößte Problem ist vielmehr: Maroon führen sich selbst ad absurdum. Und auch bei allem Jux, genau dieser Punkt ist wirklich schade. Da kann es nämlich inhaltlich noch fünfzig Mal um kritische Worte bezüglich Religiosität, der Rolle des Staats, der Familie, von Freundschaft oder sonstwas gehen - die Botschaft scheitert ganz klar im Vermittlungsprozess. Manchmal ist das wie in der Politik: Entweder kapiert es keiner oder wir mündigen Subjekte werden als total blöd verkauft. In diesem Fall eher Zweiteres. Unter Maroons belanglosem, großteils gar einfallslosem melodischen Death Metal geht schlussendlich jegliches Interesse verloren, sich als Hörer tiefer mit Inhalten beschäftigen zu wollen. Nicht jeder ist eben so blöd, wie er für gehalten wird!

(Christoph Schwarze)

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Highlights

  • Schatten

Tracklist

  1. Morin Heights
  2. Erode
  3. Stay brutal
  4. A new order
  5. Bleak
  6. This ship is sinking
  7. Call of Telah
  8. Leave you scared & broken
  9. Children of the next level
  10. Bombs over ignorance
  11. Wolves at the end of the street
  12. Schatten

Gesamtspielzeit: 47:11 min.

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