The Virgins - The Virgins

The Virgins- The Virgins

Atlantic / Warner
VÖ: 09.04.2009

Unsere Bewertung: 6/10

Eure Ø-Bewertung: 7/10

Bitch boys

Was bringt schon das Beharren auf Naivität? Denn so, wie sich The Virgins zum multiplen Mulitseller mausern, kommt auch die Jungfrau zum Kinde. Vorher ordentlich geschnackt und fachmännisch ausgeführt, kann eine erfolgreiche Niederkunft quasi von selbst von statten gehen. Das Resultat lässt sich auf eine kausale Wirkung herunter brechen: Bei der Jungfrau ist's klar. Bei dem Quartett aus New York führt die Ursachenforschung zu einem geschmackvollen, aber auch engstirnig aufgefüllten Plattenschrank.

Irgendwo am Ende der Sechziger liegt der Wurzelgrund dessen, was The Virgins in ihrer Rebellion zum Standartwerk erkoren haben. The Kinks zum Beispiel. Später stoßen dann auch The Jam und vor allem The Clash hinzu. Kombiniert mit einer feschen Produktion und einem schielenden Auge zu den Kooks ist die abgesicherte Gitarren-Sause abgehangen und einem kalkulierbaren Zielpublikum auf den kleinen Leib geschneidert. Was The Virgins dennoch zu etwas besonderen macht, ist nicht so schnell auszumachen. Die Tage später wiederkehrenden Ohrwürmer machen dafür dementsprechend stutzig.

Der beste Song auf "The Virgins" verbirgt sich ganz zum Schluss, im tollkühnen Runterkühlen von "Love is colder than death". Da genehmigen sich die Gitarren einen ordentlichen Groove, das Schlagzeug einen Moment der Relaxtheit und die Melodie eine denkwürdige Melodie. So macht das Grölen zwischen all den jungen Tanzflächenhüpfern wieder mächtig Spaß. Selbst der geschmackvoll eingesetzte dreckige Reggae der vorangegangen halben Stunde kommt da nicht immer so gut mit.

The Virgins reihen Refrain an Refrain, zwingen ihre musikalischen Konstruktionen zur unbedingten Tanzbarkeit. Der bekannte Hit "Rich girls" macht daraus eine Wissenschaft, ist für den Hörer so verfänglich wie ein Spinnennetz. Die Dichte dieser sommerlichen, gut gelaunten Songs ist für ein Debüt erstaunlich, allerdings auch sehr schnell ermüdend. Der Festival-Saison wird das egal sein. Und einen besseren Soundtrack zum nachmittäglichen Saufen in der knallenden Sonne wird es diesen Sommer wahrscheinlich auch nicht zu buchen geben.

(Christian Preußer)

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Highlights

  • Rich girls
  • Love is colder than death

Tracklist

  1. She's expensive
  2. One week of danger
  3. Rich girls
  4. Teen lovers
  5. Fernando Pando
  6. Murder
  7. Hey hey girl
  8. Private affair
  9. Radio Christiane
  10. Love is colder than death

Gesamtspielzeit: 34:11 min.

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