My Dying Bride - For lies I sire

My Dying Bride- For lies I sire

Peaceville / SPV
VÖ: 27.03.2009

Unsere Bewertung: 7/10

Eure Ø-Bewertung: 6/10

Zurück unter den Schleier

"Peaceville Three" wurden sie einmal genannt, damals, Anfang der Neunziger. Drei Bands, die Doom, Death und Gothic erstmalig miteinander verbanden und das kleine Label Peaceville höchst überzeugend vertraten. Die Rede ist natürlich von Paradise Lost, Anathema und My Dying Bride. Während bei ersteren nach diversen Ausflügen in die Elektronik von Doom keine Rede mehr sein kann, fanden zweitere ihre Nische in verträumten Keyboard-Teppichen.

My Dying Bride hingegen graben ihre Wurzeln wieder aus. Das beginnt mit der Rückkehr zum alten Label und endet damit, dass nach langen Jahren wieder die lange vermisste Violine zu hören ist. Und schnell wird hörbar, dass beim Genuss einer Platte der Nordengländer wie in alten Zeiten eine psychologische Unbedenklichkeitsprüfung ratsam ist. Schwer und depressiv träufelt "My body, a funeral" aus den Boxen, nur mühsam fassbare Düsternis verströmend.

Klingt gut? Klingt sogar noch besser, wenn wie im Refrain von "Fall with me" die akustische Schwermut per Doublebass in latente Aggression umschlägt, wie in einem brodelnden Kessel. Und dazu klagt die Geige, zwar nicht gerade an Menuhin erinnernd, aber in ihrer ungehobelten Kratzigkeit passend zur Depression. Doch plötzlich drängelt sich das an gute Phasen von Moonspell erinnernde, eingängige "Bring me victory" als manischer Ausbruch dazwischen. So darf, so muss Düster-Metal klingen.

Bizarr hingegen: "A chapter in loathing". Klar, das ist feinster Black Metal. Dennoch wirkt der Song unpassend, wie ein Fremdkörper im Gesamtkontext. Denn von solchen Eruptionen einmal abgesehen, zeigen My Dying Bride, warum sie zu den Gründervätern der kleinen, aber faszinierende Schublade aus Doom und Gothic gezählt werden. Man mag es verbohrt nennen, im günstigen Fall konservativ, dass die Briten nach über 15 Jahren ihr Ding so unbeirrt durchziehen. Glaubwürdiger als beim Rest der "Peaceville Three" ist das allemal.

(Markus Bellmann)

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Highlights

  • Fall with me
  • The lies I sire
  • Bring me victory

Tracklist

  1. My body, a funeral
  2. Fall with me
  3. The lies I sire
  4. Bring me victory
  5. Echoes from a hollow soul
  6. Shadowhaunt
  7. Santuario di sangue
  8. A chapter in loathing
  9. Death triumphant

Gesamtspielzeit: 59:55 min.

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