Trashmonkeys - Smile

Trashmonkeys- Smile

XNO / Al!ve
VÖ: 03.04.2009

Unsere Bewertung: 6/10

Eure Ø-Bewertung: 6/10

Königliches Amüsemang

Eine weitere Platte vollgestopft mit dreckigem, lautem Rock'n'Roll braucht eigentlich kein Mensch. Den Trashmonkeys ist das aber vollkommen gleich. Da kratzt es die Band auch nicht, dass sie nach dem überraschenden Club-Hit "Attitudes in stereo" des letzten Albums "Favourite enemy" mit einer bisher nicht dagewesenen Erwartungshaltung beäugt wird. Anstatt also schnellstmöglich ein Album nachzuschieben, flüchtete sich die Band erstmal auf eine erfolgreiche Japantournee. Zurück im heimischen Bremen begab sich der mittlerweile zum Fünfer aufgestockte Kader nach und nach an die neue Platte. "Smile" ist anzuhören, dass Druck und Erwartung keine große Rolle gespielt haben. Locker-flockig hingerotzt wie eh und je wirkt der vierte Longplayer der Trashmonkeys.

Viel geändert hat sich demnach, trotz der Erfahrungen in Übersee, auf "Smile" glücklicherweise nicht. Die Band bleibt gewohnt very british. Auch wenn gleich der Opener "Give that to me" eine Ausgeburt der Hives zu sein scheint. Aber Schweden sind ja manchmal auch nur verkappte Briten. Monarchie und so. Auch die übrigen Songs orientieren sich überwiegend an der Popgeschichte der britischen Inseln und plündern dafür Papis Plattenkiste ganz hinten. Grundlegend waren und bleiben The Clash und die Sex Pistols. Erstere liefern die Haltung, die Sex Pistols die Ruppigkeit für Tracks wie "It's been nice", "Smile" oder "Isolated". Dazu gesellt sich in den Songs "Dreammaker Ave." und "Did it again" die Melodieverliebtheit der Beatles und des Mersey Beat mit viel Schalala und Schubidu. Natürlich kann man hier und dort auch die Rolling Stones oder sogar die US-Punklegende The Stooges heraushören, wenn man mag. Auch für "Smile" ist also alles nur geklaut. Aber besser gut kopiert, als schlecht selber erdacht.

Ungeachtet der Tatsache, dass der so genannte Retro-Rock zwischenzeitlich einen längeren Bart hat als Vadder Abraham, preschen die fünf Bremer voran, als gäbe es kein Morgen mehr. "Smile" schafft es zwar nicht, dem dahinsiechenden Genre entscheidende Impulse zu geben. Dennoch: Soviel Aufopferung, Stil und Penetranz müssen belohnt werden. Denn rüdere und gleichzeitig höchst melodische Punk'n'Roll-Songs hat es außerhalb des Vereinigten Königreiches und abgesehen von "Veni, vidi, vicious" in den letzten Jahren selten gegeben. Und schon gar nicht aus Dichter-und-Denker-Deutschland. "Smile" ist die plattegewordene Aufforderung, die zwei, drei Flaschen Bier noch auszutrinken, die Instrumente in die Hand zu nehmen und einfach drauflos zu knattern. Wird schon irgendwie. Die Daumen zeigen erneut nach oben.

(Kai Wehmeier)

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Highlights

  • Give that to me
  • Did it again

Tracklist

  1. Give that to me
  2. Leaving home
  3. What about you?
  4. Dreammaker Ave.
  5. I.O.U.
  6. Illnation
  7. Bad day
  8. It's been nice
  9. Smile
  10. Isolated
  11. Did it again
  12. I'm a mess for R'n'R

Gesamtspielzeit: 41:21 min.

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