Left Alone - Left Alone

Left Alone- Left Alone

Hellcat / SPV
VÖ: 03.04.2009

Unsere Bewertung: 7/10

Eure Ø-Bewertung: 6/10

Über die Straße

Kleine Preisfrage: Was kommt dem gemeinen Punkrock-Freund wohl als erstes in den Sinn, wenn er die folgenden Stilelemente aufgezählt bekommt: galoppierender, hymnenhafter Streetpunk, gerne auch mit Ska-Anleihen und Schweineorgel im Hintergrund? Dazu noch ein Frontmann, der sich nicht richtig zwischen Singen und Auskotzen der Texte entscheiden kann, aber vor Punk-Attitüde fast explodiert? Na? Richtig: natürlich Rancid. Den Namen Left Alone sollte sich der oben angeführte Max Mustermann fortan aber ebenfalls merken. Denn die Drei-Mann-Combo aus Wilmington, Kalifornien (live noch von einem zusätzlichen Keyboarder unterstützt) macht einen verdammt guten Job beim Nachahmen des Sounds von Tim Armstrong und Co. Dabei sind Left Alone aber viel mehr als nur eine Rancid-Coverband. Vielmehr schaffen die Jungs das Kunststück, aus ihrer offensichtlichen Verehrung für die Vorbilder einen komplett eigenständigen Sound zu kreieren, der es in sich hat.

Nach der Tour zum zweiten Left Alone-Album "Dead American Radio" aus dem Jahr 2006 nahm sich Frontmann Elvis Cortez eine Auszeit. Diese nutzte der überzeugte Iro-Träger, um eine Handvoll spritziger Punksongs mit mächtigen Mitsing-Refrains zu schreiben. Und die werden nun auf dem selbstbetitelten dritten Studioalbum unters Volk gebracht, das bei Tim Armstrongs Label Hellcat erscheint. In Cortez' Texten geht es - eine weitere Parallele zu Rancid - um das Leben auf der Straße, zwischenmenschliche und soziale Probleme und eine Menge Alkohol. Dazu prügelt die Band entweder astreine Zweiminüter durch, wie etwa das wüste "Branded", "Brindle" oder die Hymne "Wishing well" - oder lädt zum Abhotten und Skanken auf die Tanzfläche, wie bei "Sad story" oder "Low fidelity". Das alles strotzt nur so vor Attitüde und klingt zudem noch wie aus einem Guss. Mit "Bombs away" erfolgt ein kurzzeitiger Schlenker in politische Gefilde, der jedoch am persönlichen, leicht melancholischen Grundton des Albums nichts ändert. Ein weiteres Schmankerl ist das gewisse Pop-Element im Songwriting, das Rancid auch schon so gut zu Gesichte stand. So wartet die Single "Bottles of wine" mit einer schönen Ohrwurmmelodie auf, wie geschaffen für Baggerseen und öffentliche Liegewiesen im (hoffentlich) heißen Sommer.

Ein richtig gutes Oldschool-Ska-Streetpunk-Album wie dieses ist eine mehr als willkommene Abwechslung in einer Zeit, in der sich immer mehr Punks Kajal um die Augen schmieren und zwanghaft ihr Innerstes nach Außen kehren. Doch lassen wir den Hauptverantwortlichen selbst das Schlusswort zu "Left Alone" sprechen. "Für mich klingt das Album wie ein Gesamtprojekt, bei dem sich jeder Song mit den anderen ergänzt", so Elvis Cortez. Dem ist eigentlich nichts mehr hinzuzufügen. Höchstens vielleicht noch dieses: Wenn jetzt Tim, Lars, Matt und ihr neuer Drummer endlich mal in die Gänge kommen, und ihr seit 2006 angekündigtes neues Studioalbum veröffentlichen, ist der Sommer gerettet.

(Mark Read)

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Highlights

  • Sad story
  • Bottles of wine
  • Wishing well
  • Low fidelity

Tracklist

  1. Spiked with pain
  2. Branded
  3. Sad story
  4. Bottles of wine
  5. Porcelain
  6. Bombs away
  7. Brindle
  8. Intermission
  9. Self made
  10. Wishing well
  11. Empty
  12. Low fidelity
  13. Do the depression
  14. Something for nothing
  15. Get dead

Gesamtspielzeit: 35:24 min.

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(Neueste fünf Beiträge)
User Beitrag
solea
2009-10-08 18:14:34 Uhr
ja, schade aber dass der Sommer nun vorbei ist ;)
aber der kommt auch wieder!
Pit
2009-10-08 17:48:19 Uhr
Wow, hab das Album grad zum ersten Mal gehört - tolle Scheibe, das perfekte Sommer-Punkalbum! Schade, dass ich die nicht schon früher entdeckt habe. Die Rezension muss ich damals irgendwie überlesen haben ...
solea
2009-04-07 15:58:16 Uhr
ob dieses Album im Hinblick auf ihre Referenzen notwendig war oder nicht lass ich mal dahingestellt, aber "3 bottles of wine" eignet sich bisher hervorragend als Sommerlied :)
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