Papa Roach - Metamorphosis

Papa Roach- Metamorphosis

Interscope / Universal
VÖ: 20.03.2009

Unsere Bewertung: 5/10

Eure Ø-Bewertung: 6/10

Neue Kleider

Die Verwandlung des früheren hässlichen New-Metal-Entleins Papa Roach hatte sich auf den Alben nach der Million-Dollar-Platte "Infest" bereits angedeutet. Auf ihrem sechsten Longplayer packen die vier Herren aus Kalifornien den Stier nicht nur buchstäblich und vollmundig im Titel bei den Hörnern. Papa Roach lassen auf "Metamorphosis" auch Taten folgen. Die eigene Entwicklung der letzten Jahre haben sie noch einmal vertont und zeigen, wohin der Weg in Zukunft führen könnte: Fort von den Teenager-Parties und hin zu purem, druckvollen Hardrock mit Gniedelsoli und allen Posen, die dazu gehören.

Den bösen New Metal haben Papa Roach nun nahezu komplett hinter sich gelassen. "Metamorphosis" läuft über mit hymnischen Songs und großen Melodien, die eine Band wie Velvet Revolver an einigen Stellen ganz schön alt aussehen lassen. Bei "Had enough" schraubt sich sogar kurzfristig eine Brian-May-Gedächtnisgitarre in die Höhe, während sich "Into the light" zur perfektion Symbiose aus modernem Metalpop mit gewaltigem Hardrock entwickelt. Selbst die wenigen Songs wie die Single "Hollywood whore", die in der präpubertären Anti-Haltung von "Infest" verharren, machen dies mit so viel Hingabe und Power, dass es schwer fällt, sie richtig schlecht zu finden, so sehr man sich dies auch vielleicht erst einmal vorgenommen hatte.

Ähnlich verhält es sich mit dem 3-Doors-Down-Ripoff "Carry me". Je weiter das Album fortschreitet, desto deutlicher wird, dass die Wahl des Albumtitels keine schlechte ist. Vielleicht ist es auch nur einfach das, was gemeint ist, wenn berichtet wird, eine Band sei "erwachsen geworden". Die Songs werden gen Ende ein wenig hoffnungsvoller und zukunftsfroher, auch wenn sich der affirmativste Track, die zweite Single "Lifeline", auf der ersten Hälfte versteckt. Selten waren Papa Roach wohl so sonnig und im Kern positiv zu hören wie hier.

"Metamorphosis" ist natürlich nicht die Neuerfindung der amerikanischen Gitarrenmusik. Aber das ist auch nicht der Anspruch, den Papa Roach an sich selber haben. Ebenso wenig schärfen sie mit dem Album ihr musikalisches Profil. Dafür klingen die Stücke letztendlich zu beliebig und austauschbar. Mit "Metamorphosis" stellen Papa Roach allerdings die Weichen ein wenig neu. Auf den Konzerten der Band dürften sich in Zukunft weniger junge Teenage-Angst-Jünger herumtreiben. Stattdessen ältere, geübte Biertrinker mit breiten Schultern und kugeligen Bäuchen, die sich nach dem Gig von ihrem Truckerkumpel verabschieden, die Lederjacke überschmeißen und auf der Harley von dannen knattern. Die Wandlung ist den Kaliforniern ohne größere Abstriche weitestgehend gelungen. Auch wenn aus dem Entlein noch lange kein schöner Schwan geworden ist.

(Kai Wehmeier)

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Highlights

  • Lifeline

Tracklist

  1. Days of war
  2. Change or die
  3. Hollywood whore
  4. I almost told you that I loved you
  5. Lifeline
  6. Had enough
  7. Live this down
  8. March out of the darkness
  9. Into the light
  10. Carry me
  11. Nights of love

Gesamtspielzeit: 45:14 min.

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(Neueste fünf Beiträge)
User Beitrag
A7X
2009-04-09 16:17:21 Uhr
Das Album ist unglaublich schlecht...es ist ein Pop Album -.-
ElAsso
2009-03-25 02:13:26 Uhr
Also mir gefallen Paramour Sessions und LoveHateTragedy immer noch am Besten. Metamorphosis is' doch arg langweilig und farblos.
pw
2009-03-24 15:04:28 Uhr
Gute Rezi. Finde "Lifeline" auch am besten, nur mit dieser "kugelbäuchigen Trucker"-Stelle bin ich nicht ganz einverstanden ;)

Ich hätte dem Album eine solide 6/10 gegeben, gefällt mir besser als "The Paramour Sessions".
Boston
2009-03-24 14:23:03 Uhr
Jetzt fangen die wieder an zu nerven!
Nach dem großartigen Song Scars hätte Schluss sein sollen.
Matze
2009-03-24 12:50:10 Uhr
Solides Rock album mehr aber auch nicht.
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