Great Lake Swimmers - Lost channels

Great Lake Swimmers- Lost channels

Nettwerk / Soulfood
VÖ: 03.04.2009

Unsere Bewertung: 6/10

Eure Ø-Bewertung: 8/10

Band on the run

Man muss sich das so wie im Vorspann von "Lassie" vorstellen, dem großartigen Hund mit Gespür fürs Brenzlige. Da weht ein zarter Wind übers Getreidefeld, ein eiskristallklarer See erstreckt sich am Fuße des schneebedeckten Berges, und die Sonne steht am Himmel, als wäre das Paradies am Abfluss des Ontariosees zu finden. Zwischen Kanada und dem US-Staat New York. Genau hier hin hat es die schüchternen Wanderbarden der Great Lake Swimmers verschlagen. Um sich an der Schönheit der Natur zu ergötzen und Musik aufzunehmen, die noch mehr frische Luft atmet, als ein normaler Stadtmensch zur Rehabilitation benötigt.

Auch "Lost channels", das vierte Album der Kanadier, bekommt durch diese Kur einen entspannten Anstrich. Tony Dekkers beflügelte Tenorstimme rührt am Innersten, zwingt jedoch nicht mehr zur großen Selbstoffenbarung des Hörers. Einnehmend, wärmend und tröstend klingen seine Melodiebögen, nicht mehr so fragil und entrückt wie noch auf dem Debüt "Great Lake Swimmers". Dem zurückgelehnten Folkrock seiner Band steht dies gut zu Gesicht. Immerhin erhöht diese neuerdings auch gerne mal die Lautstärke und damit die Dynamik der Songs.

Der Grundtenor ist gefällig, doch reitet er im Verlauf durch diverse Geschmacksfelder: So erinnert "Lost channels" selten gar an die offenbarende Musik von The Band, entwirft spannende Zustandsbeschreibungen mit wunderschönen Melodien, trabt aber auch oftmals im dezenten Tempo durch soliden Softrock. Das lockere "Palmistry" gehört da zu den Guten. Beschwingt gleitet die Band durch den schwerelosen Song, schleicht hinweg zum besinnlichen "Everything is moving so fast", um im besten Song der Platte, "Pulling on a line", einen frühen Höhepunkt in einer logischen Trilogie zu finden. Besser als in den ersten zehn Minuten wird's nicht mehr.

Zwar gerät die Platte niemals ins belanglose Plätschern, baut weiterhin auch dezente Spannung auf, kann aber nicht mehr einfangen, was sie einst losließ. Mit "Still" versucht man sich an einem traditionell anmutenden Song, der nochmals das Feuer zum Lodern bringt und in seiner Einfachheit wundersam aufrichtig erscheint. Die ursprüngliche Tiefgründigkeit der Band bleibt im Verborgenen, erinnert selten an die Größe von Vorgängeralben wie "Bodies and minds" oder "Ongiara", spült jedoch auch Neues an die Oberfläche. Eine zeitlos anmutende Band im Wandel? The times they are a-changin'.

(Christian Preußer)

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Highlights

  • Palmistry
  • Pulling on a line
  • Still

Tracklist

  1. Palmistry
  2. Everything is moving so fast
  3. Pulling on a line
  4. Concrete heart
  5. She comes to me in dreams
  6. The chorus in the underground
  7. Singer castle bells
  8. Stealing tomorrow
  9. Still
  10. New light
  11. River's edge
  12. Unison falling into harmony

Gesamtspielzeit: 39:43 min.

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(Neueste fünf Beiträge)
User Beitrag
Fräge
2009-12-17 13:59:30 Uhr
Hast du das jetzt extra verwechselt?
schwedenhappen
2009-12-16 21:25:39 Uhr
Sehr begeistert von Lost Channels. Tolles Herbst-/Winteralbum. Tässchen Kuchen und ´n Stück Glühwein dazu. Perfekt!
theParisien
2009-11-01 15:37:54 Uhr
bester song ist und bleibt dennoch "Rocky Spine" vom Weeds Soundtrack.
BillyBremner
2009-10-31 04:59:49 Uhr
bald übrigens auf ganz kleiner deutschland tour ...
BillyBremner
2009-09-30 21:33:07 Uhr
ich liebe diese band & habe bisher kein schlechtes album gehört. solide klingt dafür viel zu schlecht ...
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