A Camp - A Camp

A Camp- A Camp

Stockholm / Motor
VÖ: 27.08.2001

Unsere Bewertung: 6/10

Eure Ø-Bewertung: 7/10

Junk of the hearts

Perwollweiche Schmusepullover statt Strickjacken: Nina Persson - Aushängeschild der Cardigans - zieht sich für eine lange Herbstnacht ins Ferienlager zurück. Umgeben von Mundharmonikas, Streichern und Pianos wandelt die einst so blonde Schönheit durch die Schwärze ihres Selbst und bietet allen Liebeskummernden eine Anlaufstelle zum Ausweinen und geborgen fühlen. Ein wärmendes Lagerfeuer für verlorene Seelen.

Bittersüße Harmonien von atemberaubender Klarheit, die trotz ihrer Schwere filigran und elegant daherkommen. Vorbei sind die Zeiten des Everybody's Darling, in der Perssons Hauptband fleißig raffinierten Zuckerguß verteilte. Nina solo sucht die Nähe zum "Angel of sadness". Geld und Ruhm ersetzen die Liebe nicht, der steile Aufstieg bedeckt die Wunden, doch kann sie nicht vergessen machen: "The pain of losing a guy like you / Is a bigger cost than paying your dues" ("I can buy you"). Und so entstand die Idee für das Album bei Selbstmitleid und Feuerwasser in einer namenlosen Bar. Ninas Halt an jenem Abend war Niclas Frisk (Atomic Swing), der neben Wunschproduzent Mark Linkous (Sparklehorse) und einigen Gastmusikern für den instrumentalen Teil verantwortlich zeichnet.

Pop ist Pop bleibt Pop: Der Unterschied zwischen Cardigans und dem Camp A ist ein kleiner, doch leider ein qualitativer. Die Emotionalität und Privatheit der Texte ist ein klares Plus, doch fehlt dem Album die Abwechslung, die ein Cardigans-Werk für gewöhnlich mit sich bringt. Über 14 Songs gestreckt erinnert das selbstbetitelte Debüt bisweilen an ein Schmierblatt zum Ideensammeln, von dem man sich schließlich nicht mehr trennen wollte. Tut es anfangs gut, in den Arm genommen und eingelullt zu werden, wird das Dauerknuddeln im Verlauf erdrückend. Die Motive kehren wieder und prasseln wie Überredungsversuche auf einen ein, wo man doch schon längst überzeugt ist. Aber auch wenn man das Gefühl nicht loswird, an manchen Stellen etwas zuviel des Guten ausgesetzt zu sein - bei einer Frau wie Nina Persson ist Widerstand zwecklos.

(Thorsten Thiel)

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Highlights

  • Frequent flyer
  • Algebra
  • Such a bad comedown

Tracklist

  1. Frequent flyer
  2. I can buy you
  3. Angel of sadness
  4. Such a bad comedown
  5. Song for the leftovers
  6. Walking the cow
  7. Hard as a stone
  8. Algebra
  9. Silent night
  10. The same old song
  11. The oddness of the Lord
  12. Rock'n'roll ghost
  13. The bluest eyes in town
  14. Elephant

Gesamtspielzeit: 55:29 min.

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