Underwater Sleeping Society - The dead Vegas

Underwater Sleeping Society- The dead Vegas

Nordic Notes / Broken Silence
VÖ: 13.02.2009

Unsere Bewertung: 7/10

Eure Ø-Bewertung: 7/10

Gestorben wird immer

Kurz mal eben den Aufguss erneuern, ein frisches Handtuch herumwedeln und die Jacke noch einmal zuknöpfen. Underwater Sleeping Society haben Him, Sunrise Avenue, The Rasmus und Ergüsse aus der Metalindustrie ausgeschwitzt und bieten Raum in einer etwas untypischen finnischen Soundsauna. "The dead Vegas" pumpt Herzblut durch leblose Körper, denn - und darauf muss man sich bei dem Namen des Albums einstellen - gestorben wird hier immer.

"Saw you at my funeral" beschäftigt sich mit der eigenen Beerdigung und den Personen, die am Grab stehen: "I saw you at my funeral / You were holding books of mine / It must have been quite serious / I don't know how I went or why." "The end is just a dawn" schaut schmerzverzerrt ins Jenseits: "All that silence made me ache / Just say something before I dissapear." Und "Accidents" behandelt einen versehentlichen (Selbst-)Mord: "Don't wanna go, I am quite young / It was an accident with a gun / Don't wanna close my eyes yet / Not yet." Generell fristen die Songs ein Leben im Finsteren und Dunklen, orakeln über das Ungewisse und lassen suggestiv auch Häuser abbrennen. Die Band hängt Smileys vermutlich falsch herum auf, lässt aber gleichsam zusammen wachsen, was zusammen betört.

Underwater Slepping Society leiten durch elf Songs mit Art- und Progressive-Rock, Indiepop, Indierock und (Psychedelic-)Folk. Da ist "Saw you at my funeral" in seiner Editors-düsterrockigen Art, "Trapdoors" mit The Smiths-Einschlag, "Painting the dead" mit japanischen Klängen auf den letzten anderthalb Minuten oder auch "Counting Stars" mit dem prägnantesten Schlagzeugpart des gesamten Albums. Blasinstrumente aller Art gliedern sich nahtlos neben Piano, Synthesizern und Gitarren ein. Mit "Accidents" folgt dann noch ein schmissiger Hit.

Insgesamt gleichen Underwater Sleeping Society die wenigen austauschbaren Zeilen ("I get lonely / Out of love / No shoulder to lean on") und das etwas zu psychedelisch-träge "Body blues" mit einer Schar an guten Songs mehr als aus. Und wäre es nicht ihr bereits drittes Album, gehörten sie für den Rezensenten schon jetzt zu den Newcomern des Jahres. Ach, was soll der Geiz: Sie gehören dazu. Jedenfalls so lange wie innerskandinavische Gegenentwürfe zur überreizten Schwedenwelle Mangelware bleiben - und man unter Wasser noch gehen kann und nicht bereits an der Oberfläche treibt.

(Stephan Müller)

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Highlights

  • Saw you at my funeral
  • Trapdoors
  • Antique
  • Counting stars
  • Accidents

Tracklist

  1. Saw you at my funeral
  2. Hurry or worry
  3. Trapdoors
  4. Body blues
  5. Painting the dead
  6. Counting stars
  7. Antique
  8. Accidents
  9. Golem
  10. This might have happened...
  11. The end is just a dawn

Gesamtspielzeit: 46:12 min.

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