Now, Now Every Children - Cars

Now, Now Every Children- Cars

Tapete / Indigo
VÖ: 27.02.2009

Unsere Bewertung: 8/10

Eure Ø-Bewertung: 7/10

Auf allen Wegen

Es klingt nach der modernen Formel des amerikanischen Traums: Zwei ehemalige Mitglieder einer Marching Band versetzen aus dem Nichts den Westen Amerikas in helle Aufregung und werden zum Gesprächsthema auf Pausenhöfen und in Chatrooms. Now, Now Every Children haben so einiges verstanden. Etwa, welche Melodien Jugendliche zum Knutschen hören wollen. Wie man Tränen zum Fließen bringt. Und wie man Tagebücher vertont. Tegan And Sara haben dies schon ungewöhnlich gut stilisiert. Now, Now Every Children machen's nun noch mal besser.

Cacie Dalager und Brad Hale, Mädchen und Junge, verzichten auf den Bass, orgeln sich dafür was zurecht und bieten die Breitseite mit Gitarre und Schlagzeug. Ein entwaffnendes Rezept, so einfach und einsichtig, dass man dahinter kaum prickelnde Aufregung vermutet. Doch kann das Duo eine bessere Geschichte erzählen. Kaum auf Myspace platziert und ohne ein Konzert gespielt zu haben, brechen Jubelstürme aus. Der Werdegang ist nicht neu, aber immer wieder schön zu erzählen. "Cars" ist das von vielen ersehnte Debüt. Und es ist noch besser, als man es erwartet hatte.

Bittersüße Melodien vereinigen sich mit druckvollen Gitarren-Schrammeleien, Strukturen werden auf den Kopf gestellt, Brüche provoziert. Dalagers Stimme schlendert zwischen Verführung, Exaltiertheit und Amy Millan. Ein schüchternes Glockenspiel legt all seinen Schwermut in die Songs, die sich so schnell offenbaren und nimmermüde ihren unschuldigen Glanz versprühen. Das holprige "Not one, but two" macht so traurig wie stark, donnert mit massiven Gitarren zu sehnsuchtsvollen Melodien. So schön leiden sonst nur Broken Social Scene.

Allein dies ist für ein Debüt ein faustdicker Schlag. Doch nähert man sich dem Groschenroman von "We know Martha Webber", dieser kalkulierten Zerstörung, diesem zerbrechlichen Hilfeschrei, dann wird klar, dass Now, Now Every Children mehr als nur den Zeitgeist treffen. "Little brother" säbelt im Vorbeigehen hinterrücks an den letzten starken Nervensträngen und ruft zum letzten Gefecht: "Cars". Ein himmlisches Debüt, das man bis zum letzten Feedback erforschen möchte. Um es zu umarmen und sich hoffnungslos zu verlieben. "I've never been so far" - in dieser Saison jedenfalls noch nicht.

(Christian Preußer)

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Highlights

  • Not one, but two
  • Friends with my sister
  • We know Martha Webber

Tracklist

  1. Not one, but two
  2. Everyone you know
  3. Have you tried
  4. Sleep through summer
  5. Friends with my sister
  6. In my chest
  7. Headlights
  8. In the city
  9. We know Martha Webber
  10. Little brother
  11. Cars

Gesamtspielzeit: 38:36 min.

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(Neueste fünf Beiträge)
User Beitrag
Pablo Diablo
2009-03-27 14:00:29 Uhr
Ich mag das Album auch sehr. Eine 8/10 ist es auf jeden Fall.
Stefan
2009-03-03 11:11:40 Uhr
Noch keine Meinung zu diesem Album und das, obwohl Christian hier 8/10 vergibt?

Also ich find's ziemlich gut, mein Lieblingsmoment ist wohl der Anfang von "Sleep Through Summer". Und vor allem mag ich das rumplige Schlagzeug.

Ende März kommen die auch zum ersten Mal (?) nach Europa:
26.03.09 Hamburg - Prinzenbar
27.03.09 Kiel - Weltruf
28.03.09 Münster - Gleis 22 *
29.03.09 Oldenburg - Alhambra
30.03.09 Köln - Kulturbunker
31.03.09 Hannover - Kulturpalast Linden
01.04.09 Berlin - Schokoladen
02.04.09 Dresden - Beatpol **
03.04.09 Erlangen - E-Werk
04.04.09 Aschaffenburg - Beat Baracke
07.04.09 F-Paris - Glazart
09.04.09 UK-Brighton - The Hope
10.04.09 UK-Sittingbourne - Club Seal
11.04.09 UK-London - Hootenanny Brixton

* mit Kaki King
** mit Bonaparte
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