Mando Diao - Give me fire

Mando Diao- Give me fire

Vertigo / Universal
VÖ: 13.02.2009

Unsere Bewertung: 6/10

Eure Ø-Bewertung: 7/10

Dauerbrenner

Wie ein Fisch im Käscher zappelt das mittlerweile fünfte Album von Mando Diao. Vorbei die Zeit der ungestümen Jugendlichkeit, der romantischen Liebesbetörungen und Oasis-Adaptionen. Mando Diao erreichen nun vollends ihre konzeptionelle, künstlerische Phase, lassen ihre klassischen Raufereien hinter sich. Wer glaubt, dass die Anlehnung an den musikalischen Werdegang der Beatles zu hoch gegriffen ist, hat natürlich recht. Doch Mando Diao orientieren sich nach wie vor sehr offensichtlich an deren Handwerk. Und haben dabei allerhand dazugelernt.

Dass Gustaf Nóren und Björn Dixgård nun geheiratet haben (nicht einander natürlich, Stupid!), hat zweierlei Auswirkungen: Die Fanscharen werden sich auf die Lippen beißen, die Kenner das offizielle Erwachsenendasein anerkennen. Während "Never seen the light of day" noch im folkloristischen Streichersumpf stecken blieb, hat "Give me fire" wesentlich mehr Verve, Charakter und Überlegungen aufgeladen, sodass eine scheinbare Altersweisheit aus allen Arrangements herauszulugen scheint. Lässt man den Schreihals von "Dance with somebody" außen vor, erkennt man den Willen zu Veränderung. Teils geglückt, teils aber auch versäbelt.

Mit "Blue lining white trenchcoat" kommen die Traditionalisten noch voll und ganz auf ihren Geschmack: Rempeleien, scharlachrote Hookline - ein Fressen für die Indiekids. "Gloria" und vor allem "Go out tonight" schnappen sich The Clash zum Vorbild und schwitzen sich mit Reggae die Achselhöhlen wund. Das Instrumental "A decent life" ist da eher verstörend, so wie das zwielichtige, aber sehr stimmungsvolle "High heels", das dem "Moulin Rouge"-Soundtrack entflohen sein könnte. "Mean street" zollt dem Soul der Siebziger Tribut. Und so kauen Mando Diao auf "Give me fire" fast alle relevanten musikalischen Themen der letzten vierzig Jahre durch.

Viele Experimente klappen erstaunlicherweise gut: Die Produktion beispielsweise, die erstmals von der Band selbst in die Hand genommen wurde. Auch die Integration von Reggae-Motiven wirkt nicht aufgesetzt und platt. Das funktioniert - ganz im Gegensatz zum fürchterlichen Fab-Four-Verschnitt "Come on come on", der den Reiz des seligen "Please please me" der Beatles rücksichtslos ausbeutet und mit voller Hysterie an die Wand fährt. Dem Charme der Platte kann dies jedoch nichts anhaben: Die Zeit des Dauerfeuers scheint für Mando Diao zwar vorbei zu sein, doch auch hier glimmt und fackelt es sehr beachtlich.

(Christian Preußer)

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Highlights

  • High heels
  • Mean street
  • You got nothing on me

Tracklist

  1. Blue lining white trenchcoat
  2. Dance with somebody
  3. Gloria
  4. High heels
  5. Mean street
  6. Maybe just sad
  7. A decent life
  8. Give me fire
  9. Crystal
  10. Come on come on
  11. Go out tonight
  12. You got nothing on me
  13. The shining

Gesamtspielzeit: 71:34 min.

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(Neueste fünf Beiträge)
User Beitrag
Eurodance Commando
2010-07-26 23:38:59 Uhr
Wenn das neue Album, was ja irgendwnan mal bestimt kommt, so wird , wie die Single "The quarry" von der Raritäten-Cd, dann streiche ich die BAnd entgültig aus meiner Liste der tollen Bands.
logan
2010-02-15 20:14:56 Uhr
Und was sind deines Erachtens die + bzw. -Punkte an "Give Me Fire"?
Wolffather
2010-02-15 20:01:18 Uhr
"Bring 'Em In" (9/10)
"Hurricane Bar" (8/10)
"Ode To Ochrasy" (7/10)
"Give Me Fire" (7/10)
logan
2010-02-15 19:53:33 Uhr
"Bring 'Em In" (9/10)
"Hurricane Bar" (7/10)
"Ode To Ochrasy" (8,5/10)
"Never Seen The Light Of Day" (8/10)

"Give Me Fire" kenne ich leider noch nicht, aber das Interview in alternativenation und die Rezension in popcultures machen Lust drauf. Falls sie's wirklich hinbekommen haben, Rock, Soul/Blues und Tanzbarkeit mit ihrem Hang zu Mexico-Trompeten unter einen Hut zu bringen, um so besser. Immer wieder das gleiche Album mögen andere Bands abliefern. Wobei ich gegen ein weiteres Album im Stile von "Bring 'Em In" auf gleichem Niveau auch nichts einzuwenden hätte, aber die Zeiten sind wohl endgültig vorbei, und nachweinen muss ich ihnen nicht, schließlich steht das Debut in greifbarer Nähe.
achmed
2010-02-15 14:39:24 Uhr
Da tust du dem Durchschnitt aber unrecht.
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