Cannibal Corpse - Evisceration plague

Cannibal Corpse- Evisceration plague

Metal Blade / SPV
VÖ: 30.01.2009

Unsere Bewertung: 7/10

Eure Ø-Bewertung: 7/10

Delicatessen

Natürlich war früher alles besser. Die Matte hing bis in den Schritt, die Haare waren noch nicht grau, und Cannibal-Corpse-Platten waren dank Christa Jenal alle noch mindestens indiziert. Christa Wer? Es gab da mal diese saarländische Lehrerin, die auf ihrem Kreuzzug gegen das Böse in der Musik eben jene Truppe als Hauptziel ausgemacht hatte. Während aber besagte Dame längst in der berechtigten Anonymität entsorgt wurde, bringen Cannibal Corpse ungerührt ihr elftes Studio-Album auf den Markt. Sogar im Saarland.

Einer Sache kann man sich dabei absolut sicher sein: Der Spaß an der Provokation ist immer noch da. Songtitel wie "Beheading and burning", "Shatter their bones" oder "Skewered from ear to eye" sprechen eine klare Sprache. Doch bei aller Lust an gepflegten Splatter-Texten waren die Amerikaner schon immer Musiker, die ihr Handwerk verstanden. Seien es abgepfiffene Soli wie bei "To decompose" oder ein Mosh-Part bei "A cauldron of hate", der schon fast als Beihilfe zur Körperverletzung zu werten ist - dem Death-Connaisseur wird wahre Feinkost geboten.

Wäre da nicht der etwas dahindümpelnde Titeltrack, hätte "Evisceration plague" die Tür mit der Aufschrift "Meilensteine des Death Metal" weit aufgerissen. Verzwickteste Soli in atemberaubender Geschwindigkeit, ein kesseltief gurgelnder George "Corpsegrinder" Fisher, an den richtigen Momenten das Tempo leicht dosiert - so und nicht anders hat Death Metal zu klingen.

Apropos Klang: Bei aller kompositorischen Klasse ist die größte Überraschung an "Evisceration plague" der Sound. Hier dürfen Snares noch wie Snares und nicht wie Muttis Waschmitteltrommel klingen. Der Bass drückt die Eingeweide schön zusammen, damit sie dann in beschaulichen Familienlyrics wieder herausgerissen werden. Vielleicht können die Arrangement-Koryphäen Bolt Thrower mit diesem Paket noch mithalten. Die Kohorten an namen- und talentlosen Hochgeschwindigkeits-Holzern jedoch dürfen leise die Tür von außen zumachen. Müssen eigentlich immer erst die alten Säcke den jungen Hüpfern zeigen, wie man's richtig macht?

(Markus Bellmann)

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Highlights

  • To decompose
  • Beheading and burning
  • Skewered from ear to eye

Tracklist

  1. Priests of Sodom
  2. Scalding hail
  3. To decompose
  4. A cauldron of hate
  5. Beheading and burning
  6. Evidence in the furnace
  7. Carnivorous swarm
  8. Evisceration plague
  9. Shatter their bones
  10. Carrion sculpted entity
  11. Unnatural
  12. Skewered from ear to eye

Gesamtspielzeit: 38:53 min.

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