Bosse - Taxi

Bosse- Taxi

Scoop / Rough Trade
VÖ: 06.02.2009

Unsere Bewertung: 5/10

Eure Ø-Bewertung: 8/10

Fahrt ins Blaue

Mit den grauen Haaren kommt die Einsicht. Der Mann, der Bosse heißt, bleibt einerseits dabei: Musik muss fließen. Andererseits hat er mit dem Strohfeuer von "Guten Morgen Spinner" abgehandelt, was der Deutschrock zwischen Madsen und Tom Liwa zu bieten hatte. Der nächste Schritt heißt PeterLicht und Fotos. Orakelnder Indierock, mit Vieldeutigkeit und dezenter Hymnenhaftigkeit. Dass Sebastian Madsen als Gastsänger zu hören ist, kann irritieren oder eben der Zielsetzung geschuldet sein: einfach mitfahren, dorthin, wo andere die Liegestühle reserviert haben. Mit dem "Taxi" geht's am bequemsten.

Zwischenziel ist etwa, wo dezente Herbstimpressionen lauern, die Melancholie der Stadt ihr Unwesen treibt und seichte Lyrik als Befindsamkeit verkauft wird. Bosse verpackt dies jedoch geschickt mit Charme und viel Sympathie, sodass hier oftmals bestätigend mitgesungen werden kann. Die Single "3 Millionen" ist solch ein Parade-Song, im soliden Midtempo gehalten, mit angenehmer Dynamik und einem Text, der aus dem nächstbesten Poesiealbum entsprungen sein könnte. Alles richtig gemacht, wenn denn die Leute anbeißen.

Dass Bosse auch PeterLicht kann, beweist er mit "Sommer lang". Immerhin: Ein englischsprachiger Refrain eröffnet eine weitere Ebene, der Text eine neue Tiefe im Werk von Bosse. "In unserem Fluchtfahrzeug / In dem wir unser Leben leben." Was muss der Mann erlebt haben? Traurigkeit zieht in "Taxi" ein, Nachdenklichkeit und Trauer machen sich breit. Von den schwitzigen Tanzeinlagen in "All die Dinge", "Tanz mit mir" und "Alter Strand" kann die Stimmung nicht getrübt werden: Sie bleibt im grauen Bereich.

Bosses persönliches "Wonderwall" versteckt sich im akustisch getragenen "Die Kunst des Verlierens" - die Angst des Stehenbleibens. "Flockig" nennt man das im Popjargon, ein wenig öde nach dem zweiten Durchlauf. Fest steht: Bosse hat an seinen Texten gedreht, ist dort angekommen, wo man ihn nach "Guten Morgen Spinner" niemals erwartet hätte. Und auch die Songs gehen weiter, klingen nett und gut, bleiben hängen. Dass man diverse andere deutschsprachige Künstler aufzählen könnte, die das schon irgendwie in besser hinbekommen haben, sei dahingestellt. Bosse hinkt zwar hinterher, aber das auf sehr sympathische Weise.

(Christian Preußer)

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Highlights

  • 3 Millionen
  • Sommer lang
  • Matrosen

Tracklist

  1. 3 Millionen
  2. Sommer lang
  3. Gegen Murphy
  4. All die Dinge
  5. Tanz mit mir
  6. Liebe ist leise
  7. Vereinfachen (feat. Sebastian Madsen)
  8. Die Kunst des Verlierens
  9. Alter Strand
  10. Irgendwo dazwischen
  11. Matrosen
  12. Augen schließen

Gesamtspielzeit: 40:20 min.

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