Sepultura - A-lex

Sepultura- A-lex

Steamhammer / SPV
VÖ: 23.01.2009

Unsere Bewertung: 7/10

Eure Ø-Bewertung: 7/10

Das literarische Krachtett

Zack, war auch der andere Bruder weg - und Sepultura sozusagen Cavalera-los. Plötzlich hatte Igor C. wieder mehr Lust, mit seinem Bruder Max Musik zu machen. Das Ergebnis war "Inflikted", ein wunderbar althergebrachtes Album der Cavalera Conspiracy. Doch Verschwörung hin, Kultfaktor her, streng genommen wurde die Emanzipierung vom Cavalera-Clan schon 1997 vollzogen. Auch wenn das viele nicht so wirklich wahrhaben wollten - letztlich waren es Andreas Kisser und immer mehr Shouter Derrick Green, die das Songwriting der Brasilianer von da an prägten.

Ganz so neu, wie vorab durchaus behauptet wurde, kann der Sound auch auf "A-lex" also nicht sein. Ganz im Gegenteil: Nach kurzem Intro wird erst einmal mit "Moloko mesto" klargestellt, woher der Droog die Milch-plus holt. Moment mal, Droog? Moloko? Milch-plus? Und wieso heißt die Platte "A-lex"? Richtig, Sepultura haben die Literatur für sich entdeckt, und der Kenner weiß, dass nach Dantes "Die göttliche Komödie" jetzt halt Anthony Burgess und sein "Uhrwerk Orange" an der Reihe sind. Getrennt durch vier "A-lex I" bis "A-lex IV" benannte Intros und Zwischenspiele, werden die drei Teile des Buchs sowie das aus der amerikanischen Ausgabe verschwundene 21. Kapitel gewürdigt.

Wem das alles zu kompliziert oder aber auch völlig schnuppe ist, darf sich wie schon bei "Dante XXI" ganz geradeheraus den Schädel spalten lassen. Andreas Kisser hat nun einmal die Gabe, sowohl eher simple, aber zum Bangen höchst geeignete Riffs als auch beinahe progressive Frickeleien zu entwickeln, wie "We've lost you!" auf der einen und "The treatment" auf der anderen Seite eindrucksvoll beweisen. Cavalera-Nachfolger Jean Dolabella steht dem vor allem beim Samba-Thrash-Inferno "Filthy rot" in nichts nach.

Wenn es Überraschungsmomente gibt, dann beim Fronthünen Green. Zumeist ohne Gnade wie von Sinnen brüllend, zeigt er bei "Sadistic values", dass er sogar singen kann. Ja, singen. Da ist dann auch das zwar mit "echtem" Orchester eingespielte, aber letztlich durch die Band in Grund und Boden getrümmerte und etwas unstrukturierte Medley "Ludwig Van" kaum mehr als ein Tröpfchen Wermut. Zur Aversionstherapie taugt "A-lex" also nicht. Im Gegenteil, dürfte es noch den letzten Kritiker davon überzeugen, dass Sepultura auch ohne den Namen Cavalera im Line-Up funktionieren. Und die oft herbeigeredete Reunion kann nach solchen Auftritten eigentlich nur scheitern. Darauf ein Glas Milch aus der Korova-Bar.

(Markus Bellmann)

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Highlights

  • Filthy rot
  • We've lost you!
  • The treatment

Tracklist

  1. A-lex I
  2. Moloko mesto
  3. Filthy rot
  4. We've lost you!
  5. What I do!
  6. A-lex II
  7. The treatment
  8. Metamorphosis
  9. Sadistic values
  10. Forceful behavior
  11. Conform
  12. A-lex III
  13. The experiment
  14. Strike
  15. Enough said
  16. Ludwig Van
  17. A-lex IV
  18. Paradox

Gesamtspielzeit: 54:14 min.

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(Neueste fünf Beiträge)
User Beitrag
DerMeister
2010-05-29 07:02:13 Uhr
@@Alle in dem bekloppten Fred

trollface.jpg
@Alle in dem bekloppten Fred
2010-05-29 04:20:06 Uhr
Sepultura ist und war scheiße!
toolshed
2010-05-29 04:19:12 Uhr
Für mich nicht unbedingt das schlechtes, aber definitiv das langweiligste Metalalbum, das mir 2009 zu Ohren kam. Wäre vielleicht besser gewesen wenn sie nach der wirklich großartigen "Dante XXI" einen Schlussstrich gezogen hätten.
brny
2009-02-27 17:01:56 Uhr
vielleicht nicht ganz so toll wie dante, aber doch sehr ordentlich, das album. der kleine cavalera geht zumindest nicht ab!
bass
2009-02-27 14:37:32 Uhr
wirklich tolle Scheibe... wächst mit jedem Hören
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