Panic At The Disco - ...Live in Chicago

Panic At The Disco- ...Live in Chicago

Atlantic / Warner
VÖ: 28.11.2008

Unsere Bewertung: 7/10

Eure Ø-Bewertung: 6/10

Grüne Plakette

Krise. Welch unheilvolles Wort. Doch auch das Lieblingskind der Amis und der Deutschen ist davon betroffen: das Auto. Abgasnormen, Umweltzonen, Plakettenpflicht - und als ob das noch nicht genug wäre, gesellten sich inzwischen noch Absatzeinbußen, Produktionsstopp, Stellenabbau und staatliche Soforthilfe hinzu. Schön ist das nicht. Und was macht Honda? Der japanische Konzern verschenkt sogar seine Autos. Na ja, zumindest einige. An jedem Ort der Tour bekam einer der glücklichen Anwesenden im Zuge eines "Passt der Schlüssel oder passt er nicht"-Spielchens einen 08/15-Civic. Darüber hinaus gab es ein ganz besonderes Exemplar. Dafür ist jener kompakter Viertürer auch einzigartig. Schrille Farbe, getönte Scheiben, Blümchen- und Wiesenmuster auf dem Lack und der typische Panic-At-The-Disco-Schriftzug auf der Motorhaube der Hybrid-Karosse.

Als Headliner der diesjährigen "Honda Civic Tour" - ja, so etwas gibt es heutzutage - durften sich Brendon Urie und seine Mannen mehr oder weniger austoben, als es darum ging, einen dieser Wagen zu gestalten. Gewonnen hat ihn eine Dame aus Alabama, die vermutlich nicht bei der nun in Bild und Ton auf Konserve vorliegenden Show in Chicago war. Es muss ein famoser Abend gewesen sein, an dem das Quartett aus Las Vegas ein Best of seiner bisherigen zwei Alben auf die Bühne gebracht hat. Vorhang auf und Manege frei für den Zirkus-Emo von "A fever you can't sweat out" und den Avantgarde-Pop des diesjährigen "Pretty. Odd.".

Eine kunterbunte Mischung aus Alt und Neu, die erfreulicherweise auch ohne Clowns, Schminke, Anzüge, Stelzen und sonstigen Schnickschnack bestens auskommt. Sei es mit dem eingängigen Radiohit "Nine in the afternoon", der Strip-Club-Nummer "But it's better if you do", dem Radio-Hit "I write sins not tragedies", dem zynischen "Lying is the most fun a girl can have without taking her clothes off", der vertonten guten Laune eines "That green gentleman (Things have changed)" oder der Melancholie von "Northern downpour": Panic At The Disco setzen auch ohne die alte Schreibweise ein Ausrufezeichen nach dem anderen. Dankbar und begeistert feiert die Menge zum jazzigen "There's a good reason these tables are numbered honey, you just haven't thought of it yet", wippt zu "Folkin’ around" und liegt sich bei "Behind the sea" in den Armen.

"Just sit back and relax", trällern die Herrschaften in "Camisado". Wenn eines an diesem Abend in dieser Kombination sicherlich nicht möglich war, dann das. Und wer live noch nicht genug bekommen hat, erhält als Zugabe noch alternative, akustische Versionen von "Do you know what I'm seeing?", "Behind the sea", "She had the world" und "The piano knows something I don't know". Subventionslos, zwar nicht ganz steuerfrei, aber immerhin eine mehr als saubere Sache.

(Jochen Gedwien)

Bei Amazon bestellen / Preis prüfen für CD, Vinyl und Download
Bei JPC bestellen / Preis prüfen für CD und Vinyl

Bestellen/anhören bei Amazon

Highlights

  • Camisado
  • The only difference between martyrdom and suicide is press coverage
  • Behind the sea
  • That green gentleman (Things have changed)

Tracklist

  1. We're so starving
  2. Nine in the afternoon
  3. But it's better if you do
  4. Camisado
  5. She's a handsome woman
  6. The only difference between martyrdom and suicide is press coverage
  7. Behind the sea
  8. Lying is the most fun a girl can have without taking her clothes off
  9. I constantly thank God for Esteban
  10. That green gentleman (Things have changed)
  11. There's a good reason these tables are numbered honey, you just haven't thought of it yet
  12. Folkin' around
  13. I write sins not tragedies
  14. Northern downpour
  15. Time to dance
  16. Pas de cheval
  17. Mad as rabbits
  18. Do you know what I'm seeing? (Alternate Version)
  19. Behind the sea (Alternate Version)
  20. She had the world (Alternate Version)
  21. The piano knows something I don't know (Alternate Version)

Gesamtspielzeit: 72:19 min.

Weitere Rezensionen im Plattentests.de-Archiv