Jason Downs - White boy with a feather
Jive / Zomba
VÖ: 20.08.2001
Unsere Bewertung: 7/10
Eure Ø-Bewertung: 9/10
Der mit dem Wolf tanzt
Damals, in der Hochzeit der Lyrik, griffen die Dichter statt zum Hi-Tech-Füller mit Tinteneinspritzdüse noch stets zur Feder, um ihre Poesie niederzuschreiben. Diese erzählte oft genug Geschichten voller Romantik und Leidenschaft. Mit dem Abschied der Feder aus den Händen der Poeten fanden die wortreichen Erzählungen immer mehr auch andere Themen. Mancher Reim folgte in der jüngsten Zeit der Devise "Life ain't nuthin' but bitches and money", und die Romantik fand sich bald im Staub der Reimgeschichte wieder. Doch ein unerwartetes Augenzwinkern bringt nun sowohl die Romantik als auch die Feder wieder zurück. Ein "White boy with a feather" steht nämlich in der Tür.
Dieser hört auf den Namen Jason Downs, nutzt seine Feder aber nicht zum Schreiben seiner Texte, sondern trägt sie als stolzer Abkömmling einer Cherokee im Haar. Ähnlich wie seine Urahnin, die im 19. Jahrhundert von Einwanderern aus ihrer Heimat vertrieben wurde, aber später doch die Liebe eines weißen Farmers fand, machte sich Downs auf die Suche nach seiner Identität. Er stieß dabei auf fast all das, was den uramerikanischen Gedanken des Schmelztiegels ausmacht. Seine behutsam erzählten Verse atmen Folk, die Bodenständigkeit seiner Geschichten entspringt dem Country und die leichtfüßigen Arrangements lassen den Kopf des geneigten HipHoppers nicken.
Downs' Jimmy Hat und die Baseballkappe seines Beatlieferanten Milk D. passen trefflich zusammen. Über dessen zurückgelehnten Beats fließen weiche Worte ineinander. Samten erklingt Downs' Stimme, während er von den Irrungen und Wirrungen eines jungen Mannes erzählt. Im Titelstück fällt dieser vom Regen in die Traufe, als er sich in die große Stadt wagt. Auf der Suche nach "Revenue" und "Girls" gerät er in mancherlei "Trouble" und stellt fest, was ein "Cherokee" so alles erreichen kann.
Auch wenn das besinnlich plätschernde "Hey" keinen musikalischen Höhepunkt seines Debütalbums darstellt, zeigt sich hier der Kern von "White boy with a feather". Downs läuft ein Rennen mit einem Schwarzen, erkennt aber, daß dies kein Wettkampf gegeneinander ist. Gemeinsam diskutieren die Angehörigen zweier Minderheiten später den Ausgang dieses Laufes. "Now I've run as hard as I can run / To get away from all the races I've run / If you do what I have done / Well, then the race is already won." Manche Einsichten können so simpel sein. Und am Ende siegt die Hoffnung.
Highlights
- White boy with a feather
- Cherokee
- Better luck next time
Tracklist
- White boy with a feather
- Girls
- Trippin'
- 4 chords
- Trouble
- Revenue
- One of these days
- Hey
- Cherokee
- Goodnight
- Better luck next time
Gesamtspielzeit: 38:15 min.
Referenzen
Everlast; Arrested Development; Black Eyed Peas; Dilated People; Johnn Forté; Wyclef Jean; Usher; Nelly; G. Love & Special Sauce; Fun Lovin' Criminals; Uncle Kracker; Twisted Brown Trucker; Elwood; Spearhead; Stakka Bo; Me Phi Me; The Fugees; The Roots; De La Soul; Kamary; Craig David; Dante Thomas; Bill Withers