Omar Rodriguez-Lopez - Absence makes the heart grow fungus

Omar Rodriguez-Lopez- Absence makes the heart grow fungus

Willie Anderson / Cargo
VÖ: 14.11.2008

Unsere Bewertung: 4/10

Eure Ø-Bewertung: 5/10

Rated F

Es gibt nur drei Dinge auf der ganzen, weiten Welt, die wirklich regelmäßig sind: Bundesliga-Abstiege des 1. FC Köln, der Hot Button bei 9live und Soloalben von Omar Rodriguez-Lopez - selbst wenn die mal nur aus Archivmaterial zusammengeklebt sind. Wo andere Künstler höchstens vorhaben, jeden Furz auf Platte zu packen, gehört das bei Rodriguez-Lopez zum guten Ton. Der Chili-con-Carne-Konsum dieses Mannes ist kaum abschätzbar. Halten wir uns im folgenden so kompakt wie er: "Absence makes the heart grow fungus" enthält zwei Fast-Songs, zwei So-nah-dran-Songs, zwei Beim-nächsten-Mal-werden's-Songs-Songs, einen begnadeten Beginn und zwei Patchwork-Soundtracks, zu denen Sean Penn in Oliver Stones "U-Turn" mal besser dieses Latino-Flittchen (weder verwandt noch verschwägert) gefickt hätte, wenn er doch nur Omar Rodriguez-Lopez' "Absence makes the heart grow fungus" dabei gehabt hätte. Was er aber nicht hatte.

Das klingt jetzt alles nicht so ganz neu auf dem virtuellen Papier - ist es für eine Omar-Rodriguez-Lopez-Soloplatte auch nicht. Irgendwo zwischen Soundcollage und versehentlich auf Album gelandetem Proberaumexperiment findet sich schon der ein oder andere Moment, der Omar Rodriguez-Lopez als das zeigt, was er unter anderem sein kann: ein toller Musiker nämlich. Man muss allerdings wieder nach diesen Momenten suchen. Man wünscht Rodriguez-Lopez zum Geburtstag diesen Lektor, der seinen Output auf konsumierbare Maße zusammenstauchen könnte. Man kämpft mit diesem inneren Konflikt, wie er zerreißender kaum sein könnte: To skip or not to skip?

Was natürlich schon recht blöde ist. Denn dass dies nicht der gewünschte Effekt sein kann, den "Absence makes the heart grow fungus" haben soll, das muss man Omar Rodriguez-Lopez einfach mal unterstellen. Es ist aber auch deshalb blöde, weil man ständig Gefahr läuft, doch noch etwas zu verpassen. Etwa wie Rodriguez-Lopez schwer verdauliche, aber interessante Analogelektronik-Alptraumlandschaften wie "Mood swings" auf die Platte pinselt. Oder wie er so wunderbar abgehangene Wah-Wah-Gitarren spielt. Für die Fast-alles-haben-Müsser, die man ohnehin nicht vom Konsum abbringen kann und die die Zielgruppe dieser Platte sind, empfiehlt es sich, noch vor dem Kauf alle bereits vor "Absence makes the heart grow fungus" erschienen Omar-(A.-)Rodriguez(-Lopez)-Soloalben nachzubestellen, die noch in der Sammlung fehlen. Und sich aus den Lieblingsmomenten all dieser Flickenteppiche ein Album zu basteln, das Omar Rodriguez-Lopez' Sache mal voll gerecht wird. Für die unerschrockenen Alles-haben-und-lesen-Müsser haben wir weiter hinten trotzdem noch einen in petto.

(Sven Cadario)

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Highlights

  • Hands tied to the roots of a hemorrhage
  • Mood swings

Tracklist

  1. Hands tied to the roots of a hemorrhage
  2. City dreams inside a truck
  3. Sex, consolation and misery
  4. Tied prom digs on the docks
  5. Seeth of cloudless hymstone
  6. Mood swings
  7. An ancient shrewdness in the veins
  8. A story teeth rotted for
  9. Of ankles to stone

Gesamtspielzeit: 43:45 min.

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(Neueste fünf Beiträge)
User Beitrag
napoleon dynamite
2009-02-19 13:12:49 Uhr
ich komme in letzter zeit einfach nicht mehr dazu das album zu hören. old money und megaritual kamen ein bisschen zu früh. aber für schwere zeiten ist das nich schlecht, wenn man ein paar tolle alben in reserve hat.
The MACHINA of God
2009-02-19 12:14:53 Uhr
Der Opener und "Mood swings" sind schon mal riesig. Auch der Rest gefällt (besonders vom Soundbild her). Könnte neben "Orange" und "Old money" mein Lieblingsalbum von ihm werden.
napoleon dynamite
2008-11-13 20:16:51 Uhr
bei bushes und jeremy ist ne zerreissung sogar berechtigt.
Sorrki
2008-11-13 19:10:41 Uhr
Jo, gerade das Album, was wesentlich zugänglicher ist als einiger seiner Vorgänger hätte allein deswegen eine höhere Punktzahl verdient. Wenn sie Bushes, Omar und Jeremy und vllt. sogar Apocalypse oder Calibration zerreissen möchten von mir aus, aber dieses Album hats wirklich nicht verdient.
Raewor
2008-11-13 15:10:43 Uhr
Damit will ich nicht sagen, dass man dem Album 7,8 oder mehr Punkte geben muss. Aber der Verriss ist einfach in meinen Augen nicht gerechtfertigt.
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