Parts & Labor - Receivers

Parts & Labor- Receivers

Jagjaguwar / Cargo
VÖ: 24.10.2008

Unsere Bewertung: 7/10

Eure Ø-Bewertung: 7/10

Bei "eins" auf den Bäumen

Genie und Wahnsinn liegen oft nah beieinander, und auf "Receivers" von Parts & Labor ist das genauso. Manchmal, aber nicht immer. Denn der Wahnsinn dreht auch das ein oder andere Mal durch, oder er tritt auf der Stelle, ohne dass das Genie nicht anders kann, als teilnahmslos zuzuschauen. Im Zentrum des Albums der Band aus Brookyln ragt über allem das monumentale "The ceasing now", ein großer, siebenminütiger Brocken, der sich nicht ganz zwischen Enrique Iglesias und The Mars Volta entscheiden kann. Er muss es auch gar nicht, da er mit seiner schieren Energie zwischen neunziger Jahre Eurodance und modernem Kollektivsound alles wegfegt, was nicht bei Â?"eins" auf den Bäumen ist. Eine euphorische Revolution, die alles andere auf diesem Album in ihren Schatten stellt.

Aber jetzt mal halblang: "Receivers" fängt an, wie es aufhört - und zwar mit einem etwa einminütigem Rauschen, das zum Auftakt Zittern und Aufgeregtheit erzeugt, einen zum Ausklang jedoch vorzeitig nach der Stopptaste suchen lässt. Und ja, zu den Klangsphären und Soundwällen gesellt sich ab und an ein Cello, das, wie im letzten Stück "Solemn show world", ein wenig Feierlichkeit und Wärme in dieses leicht unterkühlte Großstadtwirrwarr bringt. Da er aber außerordentlich tanzbar ist, wenn man einmal durch die vertrackten Rhythmen durchgestiegen ist, bleibt der Song wenigstens ein bemerkenswertes Stück für verschwitzte Nächte in Hipster-Clubs.

Parts & Labor zelebrieren auf "Receivers" eine elektronische Massenparty, die in ihrer aufgekratzten Euphorie ausgezeichnet zum Ende der Bush-Ära passt. Wir leben in einer Welt, die von Technik und Krieg bestimmt ist und bewegen uns schnurstracks auf die Apokalypse zu. Sinnbildlich für das Ende steht in diesem Kontext "Wedding in a wasteland", eine sinistere, scheinbar schlafwandelnde Hymne, die den dreckigen Rest des Tages wegpustet und sich soeben noch ins Private und Intime rettet: "At night the lights are dead / We're home inside our heads / We will make our way so silently / No one will know / We never made a sound / I know that I am home." Die Welt dreht sich weiter, die Sonne wird wieder scheinen, es könnte sich alles zum Besseren wenden. Selbst die Dunkelheit auf "Receivers", die einem ohnehin viel besser bekommt, als man es anfangs für möglich halten will.

(Carsten Rehbein)

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Highlights

  • Nowheres nigh
  • The ceasing now
  • Wedding in a wasteland

Tracklist

  1. Satellites
  2. Nowheres nigh
  3. Mount misery
  4. Little ones
  5. The ceasing now
  6. Wedding in a wasteland
  7. Prefix free
  8. Solemn show world

Gesamtspielzeit: 41:45 min.

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(Neueste fünf Beiträge)
User Beitrag
mapypeNeemile
2013-06-30 02:20:33 Uhr
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traisaSak
2013-06-17 13:17:30 Uhr
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Dän
2008-10-26 16:54:05 Uhr
Ja, ganz hervorragendes Album, sehr hymnisch, aber nie effekthascherisch. Und mit "Nowhere's nigh" hat es sogar einen richtigen Hit.
Pascal
2008-09-16 15:24:35 Uhr
Das hat wirklich mal einen Thread verdient. Tolle Ohrwurm-Single! Sehr gekonnt übrigens, wie die Songs immer wieder ganz langsam an Fahrt aufnehmen. Sicherlich eines der Release, auf die man sich freuen sollte.
thomas
2008-09-16 10:55:49 Uhr
die neue platte kommt bald. sie wird sehr gut. wollte ich nur sagen.
http://www.scjag.com/mp3/jag/nowheresnigh(edit).mp3
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