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Eugene McGuinness - Eugene McGuinness

Eugene McGuinness- Eugene McGuinness

Domino / Indigo
VÖ: 12.10.2008

Unsere Bewertung: 6/10

Eure Ø-Bewertung: 6/10

Guinness is good for you

Küssen macht schwanger, wer sein Abendbrot nicht aufisst, wird später Meteorologe, und nachts wohnt unter dem Bett ein Ungeheuer, sobald Mama und Papa gute Nacht gewünscht haben. War schön, irgendwann zu erfahren, dass das alles völliger Quatsch ist. Vielleicht war einiges früher schön, aber eben doch nicht alles besser. Dennoch tauchen mit zunehmendem Alter und theoretisch wachsender Selbständigkeit immer mehr unschöne Dinge auf, die es zu erledigen und bewältigen gibt. Warum da nicht mal abtauchen in die unbeschwerte Vergangenheit?

So sieht das auch Eugene McGuinness. In "Monsters under the bed", einem Song von seinem in Deutschland im Sommer erschienen Minialbum "The early learnings of Eugene McGuinness", lenkt er sich und seine Hörer von der Arbeit ab und begibt sich stattdessen auf eine Zeitreise zurück in seine Kindheit. Die endet irgendwo zwischen drollig-folkigem Beat, schräg-schrillem Synthesizer, der Tapsigkeit eines Adam Green und der skandinavisch-pompösen Leichtigkeit von Jens Lekman. Und so geht es weiter auf seiner ersten richtigen Platte "Eugene McGuinness". Der in London wohnende Knabe mit irischen Vorfahren jodelt sich im positiven Sinne penetrant mit dem Opener "Rings around Rosa" im Hörerkopf fest, fetzt beinahe alle Gitarrenseiten und fährt nebenbei noch Elvis im Auto durch die Gegend.

Irgendwo muss Guinness halt hin mit all seiner überschüssigen Kreativität, die er offenbar als Arbeitnehmer in einem Kunstverlag nicht voll ausleben konnte. Also bereichert er nun sämtliche Ohren mit tanzbaren Stücken wie "Moscow State Circus" und Klängen, zu denen man cool an der nächsten Jukebox lehnend die Lage im Club sondieren kann - bis Guinness' Stimme dann beinahe herzzerreißend die Tonleitern rauf und runter gleitet. Viel Spaß macht auch die Summe der einzelnen Teile, die sich in "Atlas" nach und nach zusammen fügt: Erst Schlagzeug, dann Klavier, dann Xylophon, Alleinunterhaltersound und schließlich Guinness' schnoddrig-lässiger, mit Hall unterlegter Gesang. Gerade in solchen Momenten ist "Eugene McGuinness" angenehm zugänglich; die Platte kommt aber leider nicht immer ohne Weichspüler aus. So spricht wenig dagegen, sich von dieser Musik vereinnahmen und in die Vergangenheit entführen zu lassen. Man sollt sich nur nicht so weit davontragen lassen, dass man vor dem Einschlafen wieder anfängt, prüfende Blicke unter das Bett zu werfen.

(Natascha Leo)

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Highlights

  • Ring around rosa
  • Moscow state circus
  • Nightshift
  • Atlas

Tracklist

  1. Rings around Rosa
  2. Fonz
  3. Wendy wonders
  4. Moscow State Circus
  5. Those old black and white movies were true
  6. Nightshift
  7. Atlas
  8. Knock down Ginger
  9. Crown the clown
  10. Not so academic
  11. Disneyfied
  12. God in space

Gesamtspielzeit: 36:46 min.

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