Flobots - Fight with tools

Flobots- Fight with tools

Universal
VÖ: 24.10.2008

Unsere Bewertung: 6/10

Eure Ø-Bewertung: 6/10

Kleinkrieg im Großhirn

Klar hat man schon einmal einen dicken Hals. Wenn die Maus nicht so über den Bildschirm flitzt, wie sie das soll, wenn der Nachbar völlig begeistert in der hellhörigen Mietswohnung seine Shakira-CD auf Anschlag hört, wenn ein Brief mit der nächsten horrenden Gaspreiserhöhung ins Haus flattert; oder wenn das Auto im Berufsverkehr auf der Hauptstraße mal wieder streikt. Verglichen mit dem dicken Hals von Flobots sind das aber Kinkerlitzchen. Flobots ärgern sich über nicht weniger als die amerikanische Politik, ihren Präsidenten, über Rassendiskriminierungen und über den Zustand, dass zu wenige Menschen ihren Widerstand und ihr Unverständnis kundtun.

Flobots sind politisch und das drücken sie auch in jedem ihrer Songs auf "Fight with tools" aus. Gipfelnd in einem kompletten Song über Anne Braden, eine der ersten bleichgesichtigen Civil-Rights-Aktivistinnen aus dem nordamerikanischen Süden. "There's a war going on for your mind" bildet Schlagsatz wie Parole des Albums und flackert auch abseits des namentragenden Openers immer wieder auf. Flobots rappen, damit jeder für seinen Standpunkt einsteht und Missstände bemäkelt.

Selbst wer nun nicht einmal ansatzweise Interesse an "Fight with tools" hat, sollte "Handlebars" hören und mindestens anerkennend nicken. Aus dem Zupfen einer Gitarre steigert sich der Song mit Trompeten, Geigen und Gitarren zu einem bombastischen Soundgewand und dem emotionalem Urschrei "I can end the planet in a holocaust". Das Tempo fährt im selben Moment von 100 auf 0 runter, die Gitarren verschwinden, und alles klingt aus mit den Worten: "I can ride my bike with no handlebars." Diese herrliche Ambivalenz zwischen Text und Song-Struktur macht "Handlebars" zu einem der besten Songs der zweiten Jahreshälfte 2008.

Somit klingen Flobots manchmal zwar so peinlich wie eine College-Weltverbesserer-Band. Aber sie schaffen es, so schnell zu rappen wie Eminem und Busta Rhymes, bieten energetischen Funk nach Art der jungen Red Hot Chili Peppers. Sie haben Platz für Rock und bei "Never had it" gar für ein Gitarrensolo. Dazwischen spielt Mackenzie Roberts einfach mal verflixt oft und passend Geige. So brachial Flobots ihre Message durchboxen, so ernst darf und muss man ihre Bemühungen nehmen. "If you are thinking you are winning" - richtig: Wir sind das Volk.

(Stephan Müller)

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Highlights

  • Mayday!!!
  • Handlebars
  • Rise

Tracklist

  1. There's a war going on for your mind
  2. Mayday!!!
  3. Same thing
  4. Stand up
  5. Fight with tools
  6. Handlebars
  7. Never had it
  8. Combat
  9. The rhythm method (Move!)
  10. Anne Braden
  11. We are winning
  12. Rise

Gesamtspielzeit: 45:33 min.

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(Neueste fünf Beiträge)
User Beitrag
brny
2008-11-13 12:12:34 Uhr
klingt irgendwie nach einer mischung aus Final Fantasy und Linkin Park. mir gefällt's, würde mehr als 6/10 geben.
Bonzo
2008-10-12 23:30:44 Uhr
Handlebars hab ich heute das erste Mal gehört und fands ziemlich gut. Diese einsetzende Trompete ist schon cool. Und ab etwa 2 Minuten dachte ich das jetzt ein Ska-Punk Brett kommt. Schade. :)
floesn
2008-09-11 22:38:28 Uhr
hier scheint sie jedoch keine Sau zu kennen

Doch, kenne ich schon. Haut mich aber nicht vom Hocker.
smörre
2008-09-11 22:14:33 Uhr
Single ist feiner Radiopop, mit HipHop hat das nur am Rande zu tun. Das Album schwächelt allerdings von vorne bis hinten - teilweise ganz üble Crossover-Sachen drauf. Nicht Fleisch, nicht Fisch. Nichtmal Tofu.
Sorrki
2008-09-11 21:07:24 Uhr
Warum es hier noch keinen Thread zu dieser schönen Hip-Hop Combo aus Colorado gibt wundert mich schon sehr. Vllt. weil Hip Hop nicht euer Ding ist. Doch gerade dann sollte man sich Handlebars mal reinziehen. In den USA schon ein Riesenhit, hier scheint sie jedoch keine Sau zu kennen:

http://de.youtube.com/watch?v=AuK2A1ZqoWs
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