James Morrison - Songs for you, truths for me

James Morrison- Songs for you, truths for me

Polydor / Universal
VÖ: 24.10.2008

Unsere Bewertung: 5/10

Eure Ø-Bewertung: 6/10

Weich wie Beton

Wunder, Kinder, gibt es immer wieder. Wunderkinder auch. An allen Ecken und Enden schlüpften sie die letzten Jahre aus ihren Eiern, jedes mit einer Stimme, mächtig wie ein ganzer Gospelchor. Joss Stone war eines der ersten und verwandelte sich von der neuen Sensation am Musikhimmel in eine Modern-Black-Music-Braut. Paolo Nutini verschwand spurlos auf seiner Jahre andauernden Tournee rund um den Globus. James Morrison war auch dabei, und der musste sich nicht nur anhören, mit "You give me something" eine der größten Schnulzen der Geschichte abgeliefert zu haben. Vielleicht um die noch zu überbieten, hat er Ryan Tedder (OneRepublic) verpflichtet, jenen Kerl, der aussieht wie ein überfütterter 13-Jähriger und bei dem es stets "too late to apologize" ist.

Zusammen mit ihm und Eg White (James Blunt, Take That) produzierte der frischgebackene Vater ein Album, das alle unsinnigen Vergleiche aus dem Weg räumen soll. Schade, dass dabei nicht der knallharte Pop rauskam, den man sich wahrscheinlich gewünscht hatte. Die Single "You make it real" erinnert nicht nur thematisch wie an die Durchbruchssingle, während das Duett mit Nelly Furtado völlig in die Hose geht: Bei "Broken strings" passt weder der Rhythmus noch die Stimme von Quietsche-Nelly, und der Text hört sich nicht nur beim ersten Hördurchgang komisch an: "Oh the truth hurts / A lie's worse / How can I give you anymore / When I love you a little less than before." Dass Morrison das besser kann, beweist er auf "Once when I was little", dem Song, bei dem man sich nur wünschen kann, dass er vielleicht noch einen Platz im Single-Regal des Musikfachmarktes findet.

Ansonsten plätschert das Album so vor sich hin. Politische Themen, Kritik an der Gesellschaft, eine Auseinandersetzung mit Gott und den vielen Religionen der Welt sucht man natürlich vergeblich, Morrison hat sich der Liebe mit all ihren Schattierungen verschrieben. Das heißt, entweder sie ist da wie in "Precious love" oder eben nicht wie in "Nothing ever hurt like you". Ein Dazwischen gibt es nicht, und so verwundert es, dass das Album als das große Reinemachen eines jungen Mannes angekündigt wurde, der nicht mal mit sich selbst ganz im Reinen zu sein scheint. Abgesehen von seiner ohne Frage tollen Stimme und den Lichtblicken, wie es auch "Love is hard" einer ist, überzeugt James Morrison mit seinem Zweitling leider noch nicht. Der Beton, auf den Du auf dem Cover starrst, lieber James, war auch mal zu weich. Nimm Dir ein Beispiel!

(Jennifer Depner)

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Highlights

  • Save yourself
  • Once when I was little
  • Love is hard

Tracklist

  1. The only night
  2. Save yourself
  3. You make it real
  4. Please don't stop the rain
  5. Broken strings (featuring Nelly Furtado)
  6. Nothing ever hurt like you
  7. Once when I was little
  8. Precious love
  9. If you don't wanna love me
  10. Fix the world up for you
  11. Dream on Hayley
  12. Love is hard

Gesamtspielzeit: 45:43 min.

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(Neueste fünf Beiträge)
User Beitrag
noplace
2009-05-21 00:30:13 Uhr
ich muss ja sagen, dass ich seine stimme wahnsinnig gerne mag, nur seine songs sind mir unangenehm instrumentiert. ich kann das leiernde schlagzeug auf den tod nicht leiden, das in jedem song auf sich aufmerksam macht. gibt's unplugged-sachen von ihm? oder vielleicht ein paar interessante coverversionen?
koala
2009-03-04 19:33:03 Uhr
pardon, die rezension ist ziemlich plump und ihr fehlt definitiv die feine plattentests-typische ironie, die selbst die rezension eines schlechten albums durch stilvolle formulierung amüsant macht... bin sehr enttäuscht, und das völlig unabhängig von der musik von james morrison (ich kenne das album nicht)
Garp
2009-01-31 14:41:36 Uhr
Jetzt muss ich den doch mal googeln^^

Stimmt, eine Ähnlichkeit zu Chris Martin ist da, aber beide nicht mein Typ.
Mixtape
2009-01-31 14:36:58 Uhr
Wenn man mal die Haare weglässt, hat der eine verblüffende Ähnlichkeit zu Chris Martin, für den ich ja auch eine Schwäche habe. :-)
Garp
2009-01-31 14:36:41 Uhr
Ah, dann weiß ich, na ja, eine relativ belanglose Ballade halt.
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