Bayside - Shudder

Bayside- Shudder

Victory / Soulfood
VÖ: 04.10.2008

Unsere Bewertung: 6/10

Eure Ø-Bewertung: 6/10

Viel hilft viel

Nach dem Album ist vor dem Album. Seit nunmehr fünf Jahren beglücken Bayside ihre Anhängerschaft mit mindestens einer Veröffentlichung pro Jahr. Victory Records sei Dank. Anno 2008 sind es inklusive einer Wiederveröffentlichung des letztjährigen "The walking wounded" und einer Live-Platte sogar deren drei. Reicht es nicht so langsam mal? Wenn es nach Bayside und dem neuen Liedgut geht: nein. "Shudder" ist fernab von irgendwelchen Abnutzungserscheinungen gelungen und beschert den Jungs daher zum vierten Mal in Folge eine hoch verdiente Sechs von Zehn.

Einen Beitrag dazu leistet die auch ansonsten weit verbreitete Unsitte anderer Genre-Kollegen, stets zum Schluss eine eigentlich überflüssige Ballade und/oder Akustik-Nummer zu bringen. "Moceanu" ist das positive Gegenbeispiel und überzeugt als akustische Schunkeleinlage mit Hang zum Kuriosen - ganz egal, ob sie ernst gemeint ist oder nicht. Es bleibt auf jeden Fall hängen. Genauso wie das paradoxe "Learn to drown before you learn to swim" aus dem rockigen Auftakt "Boy" oder "Your apatite is rustic best / And it's up to us to figure out the rest" aus "Ghost of Saint Valentine". Bayside schaffen es einfach, vielen ihrer Songs, die - und da muss man ehrlich sein - prinzipiell aus den üblichen Bestandteilen des EmoRockPopPunkWhatever-Core bestehen, das gewisse Etwas zu verleihen. Hier ein Refrain, da eine Textzeile, dort eine Melodie.

"And it seems it gets harder to believe (…) But be honest / If the sun don’t shine tomorrow we’ll survive." Bayside wollen nicht als Gutmenschen fungieren, machen aber Hoffnung und vermitteln mit ihren Songs eine positive Message. Wer wüsste nicht besser, dass es immer weiter geht, wenn nicht Bayside selbst, die vor drei Jahren ihren Schlagzeuger bei einem Unfall verloren haben. "I think I’ll be ok" singen sie, und man nimmt es ihnen auch ab. In kraftvollen Momenten erinnert das Ganze an die Frühphase von Jimmy Eat World, während das wunderschöne, melancholisch anmutende und von Anthony Raneris markanter Stimme getragene "I can’t go on" auch Teil eines Weakerthans-Albums sein könnte. Und solange das Ostküsten-Quartett derartige Schönheiten auf die Reihe kriegt, will keiner was von inflationärer Veröffentlichungspolitik gesagt haben.

(Jochen Gedwien)

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Highlights

  • Boy
  • Ghost of Saint Valentine
  • I can't go on

Tracklist

  1. Boy
  2. Ghost of Saint Valentine
  3. No one understands
  4. What and what not
  5. Call to arms
  6. I can't go on
  7. Demons
  8. Have fun storming the castle
  9. Howard
  10. Roshambo (rock, paper, scissors)
  11. I think I'll be ok
  12. Moceanu

Gesamtspielzeit: 42:01 min.

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