The Sea And Cake - Car alarm

The Sea And Cake- Car alarm

Thrill Jockey / Rough Trade
VÖ: 17.10.2008

Unsere Bewertung: 7/10

Eure Ø-Bewertung: 8/10

Bis keiner weint

Tja, The Sea And Cake und ihre Olivenöl-Musik. Viel gelesen bisher dazu: Arthouse-Rock, Adult-Pop, Schlappen-und-Gamaschen-Prog. Dass The Sea And Cake nichts weiter kennen als Wohlklang stimmt gerade und noch mal so viel für "Car alarm". Sie sind halt eine Band, die alles schon von Anfang hatte - ihren Weg, ihren Sound, ihre Plüschpuschen. Sie sahen nie einen Grund, irgendetwas daran zu ändern. Vielleicht sind sie einfach zu sehr Ferienlager, die große Flucht vor all den kleinen Progressionen, die ihre Mitstreiter ansonsten so anrichten. Vielleicht sind sie auch nur ewige Naschkatzen ihres eigenen Status Quo. Vielleicht wissen The Sea And Cake aber auch, dass es nach dem Ende der späten June Of 44, dem Ausrumpeln von Karate oder der Sendepause bei The American Analog Set kaum noch eine Band gibt, die sich um Eleganz und Einklang so recht bekümmern mag. It's a clean job, but someone's gotta do it.

The Sea And Cake erledigen ihn erneut formidabel. Nach wie vor kennen ihre Songs zwei rhythmische Grundrezepte: das beschwingt, aber straight Voran-Poppende sowie das leicht gekrümmt zuckelnde Minimal-Jazzige. Im ersten Takt sind "Aerial", "On a letter" und "Window sills" die Aushängeschilder. Die Harmonien gehen sofort auf wie ein erfrischtes Morgengrauen; Melodien sind weniger Zuckerguss als generös verteiltes Klimpergeld im Charme-Geldspeicher; Gitarren zeigen sich bestenfalls angezerrt, und Sam Prekobs Stimme krault Vokale und Satzenden in den wohlverdienten Halbschlaf - Songs, derart zierlich und doch überreif, dass das schlussendliche Fade-Out kein Trägheitsgedanke ist, sondern logische Konsequenz und ultimative Klimax zugleich.

Im zweiten Takt geben sich "Fuller moon", "Weekend" oder "Down in the city" nur vordergründig sperriger. Die angedeutete Nervosität wird im entspannt durchatmenden Klangbild mehr als ausgeglichen, und konterpunktierende Marimbas, Steeldrums oder Synthies sind derart dicht untergemischt, dass Gitarre, Schlagzeug, Bass nie auch nur ansatzweise die Kontrolle verlieren. Perfektion gehört halt auch dazu. Und The Sea And Cake spielen und produzieren nach wie vor perfekt bis zur Selbstaufgabe.

Womit die eigentliche Leistung von "Car alarm" darin ausgemacht werden muss, dass genau diese Selbstaufgabe zu keiner Sekunde beim Hörer ankommt. Es mag der einzige Kampf sein, den The Sea And Cake noch zu fechten haben. Und vielleicht haben sie auch den schon vor viel zu langer Zeit erdrutschartig gewonnen. Damit aber sind die unfassbare Milde, mit der "New schools" kurz vorm Dub aufs Gitarrensolo sattelt, das finale Glücksglucksen des Openers oder auch die Verdrehung des proto-alternative-rockenden Titelstücks mit sich selbst zu etwas viel Besserem noch lange nicht geklärt. Es mag alles zutreffen - jeder Vorwurf, jede schnöde Platzanweisung, jedes Silberne-Slipper-zum-Häschenkostüm-Klischee. Letztlich heißt es doch: Wenn nicht sie, wer denn dann? Einer muss es schließlich machen. Ein Geschenk, dass sie es sind.

(Tobias Hinrichs)

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Highlights

  • Aerial
  • Car alarm
  • New schools
  • Window sills

Tracklist

  1. Aerial
  2. A fuller moon
  3. On a letter
  4. CMS sequence
  5. Car alarm
  6. Weekend
  7. New schools
  8. Window sills
  9. Down in the city
  10. Pages
  11. The staircase
  12. Mirrors

Gesamtspielzeit: 39:02 min.

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User Beitrag
bartel(d.E.)
2009-11-09 10:58:51 Uhr
Dochdoch, hat mir auch gefallen das Album. hatte Sea & Cake nicht mehr so richtig auf dem schirm und hatte mir die Platte auf Geheiss meines Händlers zugelegt.

Aber so eine Lieblingsnummer wie Parasol kriegen sie wohl nicht mehr hin.

koe
2009-11-09 09:27:24 Uhr
Komisch diese Welt. Kein interesse an Sea and Cake, diese Menschen. Na dann geh ich hat wieder auf nen anderen Planeten.
JACK LIU
2009-11-09 09:22:47 Uhr
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Jack Liu
Homunculus
2008-12-21 19:11:03 Uhr
Eigentlich nichts wesentlich neues bei Sea and Cake, solider Status Quo, melodisch transparent, stilvoll, nach wie vor überaschend gutes Bass/Drum Fundament,dahingehauchter Gesang und perlende Gitarrenriffs.Es ist vielleicht ein wenig "rockiger" geraten als die Vorläufer.7 von 10 soweit.
kOe
2008-12-18 20:35:14 Uhr
Ey gibts hier nichtmal nen Thread zu diesem wunderbaren Album? Besser als die letzten beiden find ich, viele sehr gute Songs und kein richtigen Fueller.
Was meint ihr so?
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