Trivium - Shogun

Trivium- Shogun

Roadrunner / Warner
VÖ: 26.09.2008

Unsere Bewertung: 6/10

Eure Ø-Bewertung: 7/10

Die James Belushis

Trivium sind im Metal so etwas wie der ewige kleine Bruder. Jung, für sein Talent geschätzt und beachtet, und doch zieht man zwischen ihm und "den Großen" nach wie vor eine klare Trennlinie. Ein Vierteljahrhundert nach der Genredefinition winkt eben selbst für sehr gute Musik in diesem Bereich einfach kein unbeschränkter Weltruhm mehr. Dabei hat die Band die Transferleistung mit "The crusade" längst erbracht, auf dem die ungestümeren Gründertage von Metallica, Iron Maiden, Judas Priest und anderen Ikonen auf moderne Härte und Melodieführung trafen. Im Ringen um äußere Anerkennung und innere Weiterentwicklung greifen Trivium nun erfolgreich zu einem Allheilmittel in Sachen Relevanz: Düsternis. Eine grimmige Epik bestimmt "Shogun".

Brutal, schnell und rabenschwarz bollern die harten Passagen aus den Boxen, während der Melodiegesang sich erhaben aufschwingt und die Flügel ausbreitet. Riff reiht sich an Riff, im Durchschnitt fegt einem der satt produzierte musikalische Vorschlaghammer gute sechs Minuten um die Ohren, im monumentalen Titelstück sind es über elf. Die Inspiratoren dieses Kraftaktes heißen dann auch nicht mehr in erster Linie Metallica, sondern je nach Track und Part etwa In Flames, Arch Enemy, Hatebreed oder Children Of Bodom. Giftige Hasskeulen wie "Throes of perdition" oder "Like Callisto to a star in heaven" enthalten mehr als nur eine Spur (Melodic) Death- beziehungsweise Black-Metal. Matt Heafy brüllt und grunzt wie seit ihrem Zweitwerk "Ascendancy" nicht mehr, und überhaupt scheinen sich Trivium mit diesem Album in jeder Hinsicht selbst überbieten zu wollen.

So gut "Shogun" dann auch als Kreuzung aus der Hardcore-Intensität von "Ascendancy" und dem Old-School-Heavy-Metal von "The crusade" die Stärken von Trivium zusammenführt: Insgesamt bleiben einige Songs zu uneinprägsam, und bei aller beeindruckenden Spielfähigkeit scheint der Zugang der Band zu den verschiedenen Metal-Spielarten zu technisch. Die Umorientierung von den Übervätern zur zweiten Vorbild-Generation nimmt Trivium außerdem mehr in die Pflicht als dass sie zur Eigenständigkeit gemahnen würde. Mit "Shogun" macht die Band zwar erneut einen gewaltigen Schritt nach vorn, überdehnt aber ihre Muskeln dabei leicht. Themen wie griechische Mythologie und japanische Geschichte mit Dunkelheit zu überziehen, garantiert einfach noch kein überragendes Album. Er wächst rasant, der kleine Bruder. Groß ist er noch nicht ganz.

(Dennis Drögemüller)

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Highlights

  • Kirisute Gomen
  • Torn between Scylla and Charybdis
  • Like Callisto to a star in heaven

Tracklist

  1. Kirisute gomen
  2. Torn between Scylla and Charybdis
  3. Down from the sky
  4. Insurrection
  5. Into the mouth of hell we march
  6. Throes of perdition
  7. He who spawned the furies
  8. Of Prometheus and the crucifix
  9. The calamity
  10. Like Callisto to a star in heaven
  11. Shogun

Gesamtspielzeit: 66:31 min.

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