Tilly And The Wall - O

Tilly And The Wall- O

Moshi Moshi / Cooperative / Universal
VÖ: 17.10.2008

Unsere Bewertung: 6/10

Eure Ø-Bewertung: 7/10

Oh Omaha

Zu spät zu kommen ist ja erst einmal nichts Schlimmes. Wenn hinterher allesamt zusammen lachen, glücklich sind und in Ruhe einschlafen können, interessiert es niemanden mehr, dass es etwas länger gedauert hat. Bei Tilly And The Wall aus Omaha ist das so eine Sache: Das durchaus gelungene Debüt "Wild like children" erschien in Deutschland erst zwei Jahre nach Nordamerikaveröffentlichung und konnte die Erwartungen trotz Vorschusslorbeeren hierzulande nicht ganz erfüllen. Der Nachfolger "Bottoms of barrels" wurde ein halbes Jahr später zum regulären Veröffentlichungstermin in Übersee auch hier auf den Markt geworfen. Er ging völlig unter, entpuppte er sich doch als ein durchschnittliches Quasiplagiat des Erstlings, und die Hörerschaft war doch gerade erst mit dem Vorgänger fertig. Zwei Jahre sind seitdem vergangen, und nun? "O"! Erstaunen? Entsetzen!

Klar, "O" kommt wieder zu spät, vier Monate um genau sein. Doch schon der Opener "Tall tall grass" und das nachfolgende "Pot kettle black" verraten dem seit zwei Jahren auf die Folter gespannten Hörer, dass sich Tilly And The Wall mit ihrem dritten Wurf nicht großartig verändert haben. Erstes ist eine ruhige Klimpernummer wie "Lost girls" vom Vorgänger oder "Let it rain" vom Erstling. Zweites ist die für Tilly And the Wall typische Uptempo-Stampfernummer. Zu Beginn bedingt gefährlich mündet es in eine kleine tanzbare Orgie, die zum Auftakt eines stylishen Partyabends recht gut funktionieren dürfte. Bleibt somit fast alles, wie es war. Die größte Veränderung auf "O" besteht darin, dass Derek Pressnall an den Vocals ein wenig zurücktritt und die Gesangparts seinen Mitstreiterinnen Kianna Alarid und Neely Jenkins überlässt, was die Songs jedoch nur unwesentlich beeinflusst. Ach ja, das Artwork auf "O" ist nicht mehr versponnen und kunterbunt, sondern schwarz-weiß. Auch davon ist in der klanglichen Umsetzung wenig zu merken.

Belanglosigkeit, ick hör dir trapsen, könnte man meinen, wäre da nicht dieses kleine Herzstück mit dem Eiswerbung tauglichen, Trompeten geladenen "Alligator skin" und dem beschwingten "Chandelier lake" in der Mitte des Albums. Beide bestechen durch eingängige Rhythmen und durch ein lustvolles Glockenspiel. Anschließend kommt noch der ordentliche Sons-And-Daughters-Soundalike "Dust me off", und man kann beruhigt das Licht ausmachen und sich schlafen legen. Viel verpassen wird man nicht, glücklich und zufrieden ist man nur bedingt. Aus Omaha ist man Qualität gewohnt. Vielleicht kann Conor O. beim nächsten Mal etwas nachhelfen. Dann wäre es auch egal, wie lange man darauf warten muss.

(Carsten Rehbein)

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Highlights

  • Pot kettle black
  • Alligator skin
  • Chandelier lake

Tracklist

  1. Tall tall grass
  2. Pot kettle black
  3. Cacophony
  4. I found you
  5. Alligator skin
  6. Chandelier lake
  7. Dust me off
  8. Falling without knowing
  9. Poor man's ice cream
  10. Blood flower
  11. Too exited
  12. Heartbeats

Gesamtspielzeit: 35:28 min.

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(Neueste fünf Beiträge)
User Beitrag
Sad Professor
2008-11-27 12:34:53 Uhr
Finde die Platte hier auch eindeutig unterbewertet!

Habe das Album seit gestern und stelle fest, dass "O" vor Spielfreude und Ideen nur so überschäumt und das Ganze sehr schön anzuhören ist. Toller Gesang, herrliche Refrains und eine sehr liebevolle Instrumentierung. Einfach nur empfehlenswert!
Streckenweise erinnert mich das sogar an ABBA, und zwar im positiven Sinne.

Dieses Stepptanz-Trademark hat es mir auch irgendwie angetan ;-)
Klingt nämlich in keinster Weise aufdringlich und fügt sich gut in das Gesamtbild der Platte ein. Würde die gerne mal live sehen.


m.caliban
2008-10-19 15:53:35 Uhr
nach intensiven Zuhören kann ich die Rezi hier absolut nicht nachvollziehen...
Peter G.
2008-10-18 09:15:35 Uhr
Ich finde den Schlagzeugersatz - das Gehüpfe und Gestampfe einer der Hippie-Dohlen dieser Schlumpfcombo auf allem, was nicht niet- und nagelfest ist - äußerst innovativ. Täte dem fetten Phil Collins auch mal ganz gut, so ein drumming by nature...
m.caliban
2008-10-17 20:31:09 Uhr
ist wirklich schön geworden.
Soup Dragon
2008-10-17 18:46:56 Uhr
Durch besonderen Tiefgang zeichnen sie sich wirklich nicht aus, aber gerade das neue macht mir momentan ungeheuren Spaß.
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