Black Stone Cherry - Folklore and superstition

Black Stone Cherry- Folklore and superstition

Roadrunner / Warner
VÖ: 29.08.2008

Unsere Bewertung: 5/10

Eure Ø-Bewertung: 6/10

Die Fettpresse

Um Coolness geht es Black Stone Cherry bestimmt nicht. Vielleicht ist das in einer Kleinstadt in Kentucky nicht so wichtig. Noch nicht mal, wenn man Anfang Zwanzig ist und auf dem Weg, eine Musikkarriere ins Rollen zu bringen. Die Jungs nennen das, was sie spielen, Southern Rock und werden gerne mit Bands wie Lynyrd Skynyrd verglichen. Für eine Altherrencombo mag das okay sein, vielleicht sogar schmeichelhaft. Dem Quartett aus Edmonton fehlen hingegen mindestens 20 Jahre dafür.

Zudem wäre diese Bezeichnung gar nicht nötig. Zwar lassen die ruhigeren Songs auf "Folklore and superstition" - allen voran die Schmachtballade "You" - ab und an mal tatsächlich ein wenig Gezwitscher des "Freebirds" vernehmen, trotzdem liegt die Grunge-Schiene nie mehr als einen Steinwurf vom Weg der vier Landeier entfernt. In guten Momenten lassen sie an frühe Silverchair denken. Und selbst in den schlechten Augenblicken sind sie von den ganz großen Peinlichkeiten à la Creed noch merklich distanziert.

Der größte Fehler von "Folklore and superstition" ist allerdings ein weitgehend ungezügelter Hang zu pathetisch-kraftstrotzenden Refrains, die eine unangenehme Nähe zu Kommerz-Rockern wie zum Beispiel Nickelback schaffen. Im Ansatz wirklich gute Songs wie "Referend Wrinkle" bekommen durch diese Refrains schwere Schlagseite, und "The bitter end" kippt gar vollends um und versinkt im Schmalz.

Wenn die Fettpresse mal kurz beiseite gelegt wird, kommen hingegen richtig ordentliche Songs ans Licht, die zwar allesamt sicher keine Undergroundperlen sind, dafür aber wie die Single "Blind man" in ihrer grundehrlichen Begeisterung für gradlinigen Rock durchaus Charme besitzen. "Devil's queen" fügt dem dann gar noch ein Boogie-Riff, eine Orgel und ausgedehnte Gitarrenschlachten bei. Vielleicht sind Black Stone Cherry tatsächlich eine Southern Rock Band. Die man mögen muss oder eben nicht.

(Rüdiger Pater)

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Highlights

  • Blind man
  • Long sleeves
  • Devil's queen

Tracklist

  1. Blind man
  2. Please come in
  3. Reverend Wrinkle
  4. Soulcreek
  5. Things my father said
  6. The bitter end
  7. Long sleeves
  8. Peace is free
  9. Devil's queen
  10. The key
  11. You
  12. Sunrise
  13. Ghost of Floyd Collins

Gesamtspielzeit: 52:55 min.

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