Duncan Lloyd - Seeing double

Duncan Lloyd- Seeing double

Warp / Rough Trade
VÖ: 10.10.2008

Unsere Bewertung: 7/10

Eure Ø-Bewertung: 8/10

Der Musterschüler

Untätige Bands gibt es wie Sand am Meer. Von My Vitriol hat man tragischerweise lange nichts mehr gehört, von Dogs Die In Hot Cars sind mittlerweile alle Spuren verschwunden und auf ein tonträgerbehaftetes Lebenszeichen von Rival Schools wartet man ebenfalls schon viel zu lange. Diese trotzige Untätigkeit kann man einer Band namens Maximo Park jedenfalls nicht attestieren und dennoch findet deren Gitarrist Duncan Llloyd Zeit für ein bemerkenswertes Soloalbum. Man muss die Kuh halt melken, solange sich die Milch für den Kaffee eignet. Manche singen davon ein Lied, andere nicht.

Duncan Lloyd hat jedenfalls dem Drang nachgegeben, seine ureigenen musikalischen Kreationen auf Band zu bringen. Doch hört man seinem Solodebüt sehr schnell an, auf welcher Baustelle er gemeinhin als Bauherr beschäftigt ist. Der charakteristische Gitarrensound, den er bei Maximo Park zum Erfolgsrezept entwickelt hat, findet auch auf "Seeing double" seinen Platz. Hinzu kommen das treibende Schlagzeug und der schwere Bass. Eingerechnet der Melodien, die andernorts Paul Smith verarbeitet, könnte es sich bei "Seeing double" um eine ordinäre Maximo-Park-Platte handeln.

Doch bleiben eine handvoll Ausnahmen, die sich im Sound angenehm von Lloyds Hauptband unterscheiden. Da wäre beispielsweise "Nightfly", dass mit seiner Zurückgelehntheit und dem Aufbau seiner Arrangements unwillkürlich an Großtaten von Nada Surf erinnert. Kuschelig wird's hier, eingängig und leichtfüßig. Auch "Victory and surrender" erklärt sich als ausgeruhter Radiopop, der sich mit Akustikgitarre und Laptopbeat schnell zum kleinen Hit der Platte mausert. Doch bleibt die größte Überraschung "3 times over" - eine herzergreifende Hommage an Simon And Garfunkel. Ein treffsicherer Soundtrack für die Straßen von Haight-Ashbury.

Geschmackssicherheit beweißt Lloyd nun auf "Seeing double" zu genüge. Dass die Platte wunderbar kompakt daherkommt, erhöht die Kurzweiligkeit umso mehr. Frisch und frei erklingen die zehn Songs, erstrahlen wie die Morgensonne am Urlaubsdomizil der eigenen Wahl. In Selbstproduktion entstanden, mit Argusaugen überwacht, hat Lloyd seine Vision vor Augen, die eben auf einer Wellenlänge mit Maximo Park liegt. Und dies ist ein weiteres Merkmal für die außerordentliche Qualität seiner favorisierten Band.

(Christian Preußer)

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Highlights

  • Nightfly
  • Victory and surrender
  • 3 times over

Tracklist

  1. Seven letters
  2. Make our escape
  3. Suzee
  4. Nightfly
  5. Misfit
  6. Victory and surrender
  7. You are partly to blame
  8. Seeing double
  9. 3 times over
  10. Another chance

Gesamtspielzeit: 32:07 min.

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