Pain In The Ass - Spain

Pain In The Ass- Spain

Surge Music / Island / Universal
VÖ: 30.07.2001

Unsere Bewertung: 2/10

Eure Ø-Bewertung: 5/10

Schmerz im Ohrsch

Wow, wie unkommerziell! Statt den etablierten Bandnamen Such A Surge weiter zu benutzen, veröffentlichen die dazugehörigen Pappnasen ein Album als Pain In The Ass. Und damit auch jeder diese ungeheure Aktion mitbekommt und sieht, wie egal den Jungs die Regeln des Business sind, wird das Ganze mit großformatigen Anzeigen in der einschlägigen Presse verkündet. Auf einer ganzen Seite, die wie ein Bekennerschreiben von Terroristen aufgemacht und formuliert ist, erklärt die Band ihren Weg in die Kommerzverweigerung.

Aber wenden wir uns den Klängen von "Spain" zu, die wir mangels eines passenderen Ausdrucks als Musik bezeichnen wollen. Eins muß man den Herren lassen: der Bezug zwischen der Werbeanzeige und dem beworbenen Produkt ist überdeutlich. Wie ein Terroranschlag dröhnt es aus den Boxen: Schnell, laut und ohne Rücksicht auf unschuldige Opfer. Hier sind keine Gentleman-Verbrecher am Werk, stattdessen wird völlig stillos drauflosgelärmt. Wer bis zum Titel "Spit fire beauty" ausgehalten hat, bekommt aber eine Verschnaufpause gegönnt: in voller epischer Breite passiert etwa 6 Minuten lang nichts - zumindest nichts Spannendes. Unerträglich wird das Ganze in erster Linie deshalb, weil trotz offenkundiger Lächerlichkeit jedweder Humor fehlt. Denn daß zweifelhafte musikalische Qualität mit Witz gepaart durchaus erfreulich sein kann, beweisen nicht zuletzt Projekte wie Megavier oder Spinal Tap.

Jetzt aber zu den guten Seiten von "Spain": Wunderbare, wenn auch viel zu kurze Stille trennt die einzelnen Tracks voneinander. Außerdem besagt ja ein alter Spruch, daß der, der zu nichts taugt, immer noch als ein schlechtes Beispiel dienen kann. Zum Beispiel dafür, daß Helmet-Riffs nur in Helmet-Tempo und vor allem mit Helmet-Präzision funktionieren. Oder dafür, daß eine einzelne Idee einen Song machen kann (wenn es eine gute ist), aber sicher kein ganzes Album (schon gar nicht, wenn es eine alte ist). Als Appetitzügler für die Texte sollte eine Zeile aus "Can't avoid it" reichen: "I'm MC and I drink until I disappear." Bitte nicht aufgeben, vielleicht klappt es ja wirklich irgendwann.

Warum also zwei Punkte für eine Scheibe, die ohrenscheinlich zum Hören, als Musikgenuß im weitesten Sinne, kaum geeignet ist? Der Zweitnutzeneffekt führt zur Aufwertung: Als Rausschmeißer, um nach drei Tagen Dauerparty selbst die hartnäckigsten Gäste aus der Wohnung zu treiben, eignet sich "sPain" hervorragend. Steckt aber vorher Eure Schlüssel ein, damit Ihr wieder in Eure Wohnung kommt, falls Ihr versehentlich Eurem Instinkt gefolgt und mitsamt den Gästen geflüchtet seid.

(Rüdiger Hofmann)

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Highlights

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Tracklist

  1. Intro
  2. Get away
  3. Can't avoid it
  4. You must be joking
  5. Spit fire beauty
  6. Pain in the ass
  7. Come out to play
  8. Dropped nine
  9. Fit for demolition
  10. Here I am
  11. Interlude
  12. Painfull experience
  13. Run
  14. I saw your girlfriend
  15. Punk 2001

Gesamtspielzeit: 40:34 min.

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